Original paper

Neubildungen von Steinsalz, Sylvin und Syngenit auf dem Kaliwerke Glückauf-Sondershausen.

Zimmermann

Kurzfassung

Die nach dem Tiefsten einer kleinen Sondermulde unter 10° einfallende, blind endende, 145 m lange sog. W-Strecke auf der 663 m-Sohle im Nordfelde genannten Werkes, in nächster Nähe des Schachtes, verläuft durchgängig in anhydritischem Hartsalz (Halitsylvinit), ist i. J. 1900 zu treiben begonnen worden und füllte sich allmählich mit aus Fabrikrückständen, die in höheren Sohlen zum Versatz eingebracht waren, abfließenden Laugen und mit Schachtsickerwasser bis oben hin an, wobei auch die Wände der Strecke angegriffen wurden. Diese Lauge wurde im Jahre 1903 einmal ganz ausgeschöpft, stieg bis 1907 nochmals bis etwa zur halben Höhe an, und wurde in diesem Jahre wiederum ausgepumpt, wobei allerdings noch 10 m weit Lauge übrig blieb. Seitdem ist diese bis auf 13 m wieder gestiegen. Beim ersten Ausschöpfen hatte man keine besonders auffälligen Neubildungen bemerkt außer unbedeutenden Ankrystallisationen von Steinsalz. Beim zweiten Auspumpen zeigten sich aber - von oben nach unten in zunehmender Pracht - die Wände, die First und Sohle der Strecke von Krystallen der obengenannten Mineralien überdrust bis pelzartig dicht überkleidet, so daß man diese Strecke auch Krystallkammer genannt hat. Diese drei Mineralien besitzen eine eigenartige Verteilung. Steinsalz in prächtigen, vollkommen ausgebildeten Würfeln und Würfelgruppen, also nicht in Treppenkrystallen, aber oft mit weitgehender weißer Trübung der Ecken, findet sich allenthalben, doch nimmt die etwa 1 cm betragende Kantenlänge nach unten hin bis auf mehr als 5 cm zu.