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Über den angeblichen Gault von Lüneburg.

Gagel

Kurzfassung

Er legte mehrere hundert Belemniten bzw. Bruchstücke von solchen vor, die unmittelbar auf der Transgressionsfläche der Tourtia in den Vertiefungen der Steinmergelbank gefunden sind. Es waren darunter 20 ganz frische, unabgerollte Exemplare von Belemnites ultimus ORB. in schärfster Artbestimmung (schlank zylindrisch, von kreisrundem Querschnitt und schlanker Spindelspitze) und etwa 60-80 deutlich bzw. stark abgerollte Belemnites minimus LIS. (keulenförmig, mit gerundet quadratischem Querschnitt und stumpf parabolischer bzw. mit attenuater Spitze), eine große Anzahl bis zur Unkenntlichkeit abgerollter bzw. korrodierter Belemniten und eine Anzahl teils frischer, teils etwas abgerollter Zwischenformen; endlich sechs abgerollte kleine Belemniten mit langer Bauch- und Rückenfurche und vier mit langer Bauchfurche, die aus wesentlich älteren Schichten stammen müssen. Das vorgelegte Material beweist zur Evidenz den verschiedenen Erhaltungszustand der Bel. ultimus und Bel. minimus, - die Belemnites minimus zeigen großenteils noch die anhaftenden Spuren des Ursprungsgesteins, das von dem grauen Tourtiatonmergel deutlich verschieden ist -, so daß es sicher erscheint, daß Bel. minimus hier auf sekundärer Lagerstätte liegt, und die Transgression eine solche des Cenoman und nicht eine des Gault ist, wie neuerdings von Stolley behauptet wurde.