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Briefliche Mitteilungen.

Wolff, Wilhelm

Kurzfassung

Carl Christian Gottsche. Zu einer glücklichen Zeit seines Berufslebens, als er in fröhlicher Fahrt den Fachgenossen die Ergebnisse langjähriger Forschung vermitteln wollte, wurde Carl Christian Gottsche vom Tode ereilt. Ein Schlaganfall warf ihn inmitten der Deutschen geologischen Gesellschaft während eines Vortrages im Nordseemuseum auf Helgoland nieder; drei Wochen später, am 11. Oktober, hauchte er in Hamburg, wohin man den Schwerkranken übergeführt hatte, seinen Geist aus. So schied einer der besten norddeutschen Geologen, eine der eigenartigsten Persönlichkeiten Hamburgs, auf der Höhe des Mannesalters aus dem Leben. Ein Mann, dessen Art und Entwickelung kennen zu lernen für uns nicht nur ein Gebot der Pietät, sondern eine höchst lehrreiche Aufgabe ist. Das Leben hat Gottsche von vornherein zwei große Begünstigungen gewährt: die ernste naturwissenschaftliche Tradition, die ihm aus dem Vaterhause das Geleit gab, und das Glück, als fertig gebildeter Mann wieder in der Heimat seiner Jugend zu wirken. So war seine ganze Lebensentwickelung einheitlich und ohne Versäumnis fortschreitend. Er war 1855 als Sohn eines Arztes in Hamburgs Nachbarstadt Altona geboren. Da seine Mutter früh starb, wurde er ganz und gar vom Vater erzogen und empfing einen Abglanz mütterlicher Liebe nur durch die zärtliche Fürsorge seiner einzigen, um viele Jahre älteren Schwester. Das hat seinem Charakter die herbe Männlichkeit gegeben. Der Vater war ein Mann von strenger Selbstzucht und peinlicher Genauigkeit. Noch als Greis setzte er sich jeden Morgen um fünf Uhr ans Mikroskop, um vor Beginn der Praxis einige Stunden an seinem großen Werk über die Lebermoose zu arbeiten. Er war stolz darauf, durch diese Stunden seinem Leben viele Jahre zugefügt zu haben.