Original paper

Nochmals über die Entstehung doppelter Wellenfurchensysteme.

Menzel, Hans

Kurzfassung

Eine Veröffentlichung von Rudolf Strasser in Heidelberg (,Über Buntsandsteinplatten aus Heidelberg mit zwei Systemen von Wellenfurchen und Regentropfeneindrücken" in dem Bericht über die 42. Versammlung des Oberrheinischen geologischen Vereins am 14. April 1909 zu Heidelberg, S. 124 bis 128) veranlaßt mich, noch einmal auf die Entstehung doppelter Wellenfurchensysteme zurückzukommen. Dammer hatte (diese Zeitschr. 61, 1909, Monatsber. 2, S. 66 f.) die Ansicht ausgesprochen, daß die Entstehung der beiden Wellensysteme zeitlich verschieden sei. In der Diskussion hatte ich selbst, gestützt auf Beobachtungen an der Ostsee, und später auch Schucht auf Grund von Beobachtungen an der Nordsee im Wattenmeer (ebenda, Nr. 4, S. 217 f.) geäußert, daß eine und dieselbe Welle die Erscheinung der doppelten Wellensysteme hervorrufen könne. Auf Grund von neueren Funden bei Neckargemünd tritt nun Strasser der Anschauung von Schucht und mir entgegen und sucht die Dammersche Annahme getrennter Entstehungszeiten, allerdings etwas modifiziert, wieder zu stützen. Als Beweis führt er folgendes an: Die bei Neckargemünd (von wo schon Andreae vor mehr als 10 Jahren Sandsteinplatten mit sich kreuzenden Wellenfurchen erwähnt hatte) gefundenen Stücke zeigen außer einem System von großen flachen, langgestreckten Wellen und einem annähernd senkrecht dazu gerichteten zweiten System kurzer scharfkantiger Wellen eine große Zahl eigentümlicher runder Eindrücke, die besonders auf den Wellenbergen der großen Wellen gut erhalten, auf den kleinen Wellen zwar auch vorhanden sind, aber undeutlich und mehr oder weniger verwischt erscheinen. Diese Eindrücke deutet Strasser als Regentropfeneindrücke und, wie mir acheint, mit vollem Recht.