Original paper

Die Exkursionen der Deutschen geologischen Gesellschaft im Anschluß an die Hauptversammlung in Hamburg im September 1909.

Gagel, C.; Stoller, J.; Wolff, W.

Kurzfassung

I. Bericht über die von den Herren R. Struck, C. Gagel und C. Gottsche geleiteten Exkursionen vor, während und nach der allgemeinen Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft in Hamburg mit Bemerkungen über die neuen Funde bei Lüneburg und Hemmoor und das Interglazial von Lauenburg. Von Herrn Curt Gagel. Die Exkursionen begannen am Sonntag, den 12. September in Lübeck, nachdem dort vormittags Herr Prof. Dr. Struck und Verfasser zwei kurze Übersichten über den Aufbau des Gebietes um Lübeck und der Gegend zwischen Lübeck und Lauenburg gegeben hatten. Herr Struck legte dar, wie Lübeck mitten in der Lübischen Mulde, in dem Staubecken gelegen ist, das sich durch die Schmelzwasser der ,großen" (nördlichen), Baltischen Endmoräne zwischen dieser und der südlich vorliegenden, hoch gelegenen Grundmoränenlandschaft der südlichen Baltischen Hauptendmoräne gebildet hat und mit den Absätzen dieser Schmelzwässer - Staubeckensande, Beckentone - aufgefüllt ist; Herr Struck betonte ferner, daß sich in der obersten Schicht dieser Staubeckensande am Rande des Beckens und unter darüberliegenden groben Kiesen Reste einer glazialen Süßwasserfauna finden, die mit dem Dryaston parallelisiert werden. Verfasser legte die Manuskriptzeichnung zu der Übersichtskarte des Gebiets zwischen Lübeck und Lauenburg (168. Lieferung der geologischen Karte von Preußen und benachbarten Bundesstaaten) vor und erläuterte den Bau des Gebietes: südliche Baltische Hauptendmoräne mit ihren 3 Staffeln, rückliegender Grundmoränenlandschaft, vorliegendem großen Sandr (mit Schmelzwassertälern), aus dem sich ein etwas älteres Diluvialplateau erhebt, welches im Süden von der südlichen Baltischen Außenmoräne begrenzt wird. Diese südliche Baltische Außenmoräne stößt schon direkt an das Elbtal bzw. das große Urstromtal.