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Exkursion am 19. September nach Glinde bei Ütersen.

Stoller, J.

Kurzfassung

In der Nähe von Glinde bei Ütersen sind in mehreren Tongruben fossilführende Schichten diluvialen Alters erschlossen, die für die Losung der Interglazialfrage von entscheidender Bedeutung sind. Die Gruben befinden sich auf dem Plateau in der Nähe des Pinnautales und erstrecken sich z. T. bis in dieses hinein. Indem auf die vorhandene Literatur über den Gegenstand verwiesen wird, sei hier nur kurz folgendes hervorgehoben. Es handelt sich um einen plastischen blauen Ton, der durchschnittlich 6 m mächtig ist und zu Ziegeleizwecken sowie zur Zementfabrikation abgebaut wird. Er wird von gering mächtigen fossilführenden marinen Sanden unterlagert und führt in seiner unteren Hälfte selbst eine individuenreiche, artenarme marine Fauna, geht aber nach dem Hangenden mehr und mehr in kalkfreien Ton über, der keinerlei Spuren mariner Organismen enthält, dagegen Reste von Cervus elaphus geliefert hat. Die Oberfläche des Tons verläuft schwach wellig und enthält überdies mehrere größere Muldungen. In ihnen lagert autochthoner Torf, der 0,5-2 m und darüber mächtig ist. Die gesamte fossilführende Schichtreihe befindet sich an primärer Lagerstätte und wird, wie durch die Tagesaufschlüsse, durch Oberflächenkartierung und Tiefbohrungen sichergestellt ist, von zwei selbständigen Grundmoränen unter- und überlagert. Die Lagerungsverhältnisse sind durchaus einfach und klar.