Original paper

Bericht über die Exkursionen nach Langenfelde und nach Flensburg, Sonderburg und Steensigmoos (Halbinsel Broacker).

Wolff, W.

Kurzfassung

In einer Nachmittagsexkursion am 17. September führte Herr Gottsche die Gesellschaft zu dem fast auf Hamburger Stadtgebiet gelegenen Vorkommen alten Gebirges in der Kallmorgenschen Ziegeleigrube zu Langenfelde. Ein Gipsriff, wahrscheinlich dem unterirdischen Zechsteingebirge angehörig, ragt dort mit klotzigen Felsmassen, bedeckt und umlagert von Tertiär, fast bis ins Niveau des nur wenige Meter mächtigen Diluvialsandes in flachem Weideland empor. Die Grube war ehedem geologisch reichhaltig: Im Diluvium war an einer Stelle ein kleines Torflager zu sehn, dessen Holzer Biberschnitte aufwiesen. Es ist verschwunden. Auch das fossilreiche mittlere ,sandige Miocän" und der obermiocäne ,Glimmerton" sind nahezu abgebaut. Desto besser ist der den Gips unmittelbar einhüllende ,Kapselton" aufgeschlossen, ein fetter, schichtloser, winzige Quarzkristalle führender Ton, den Gottsche petrographisch, nicht stratigraphisch dem Kapselton des Hallenser Unteroligocäns an die Seite stellt. (Ich halte ihn für den Tonrückstand von bereits geschwundenen Gipsmassen, zumal er an seiner Basis noch unaufgelöste Gipsbrocken umschließt, und der anstehende Gips teils Auslaugungsformen, teils Umkrystallisation zeigt.) Hierauf begab man sich zum nahen Stellinger Tierpark, durch den der liebenswürdige Herr Hagenbeck selbst erklärend führte. Hohes Interesse erregten die paläontologisch genau und künstlerisch lebendig restaurierten großen Jura- und Kreide-Saurier (Ichthyosaurus, Iguanodon, Triceratops, Brontosaurus u.a.). Ein Festmahl im Restaurant des Parkes beschloß diesen lehrreichen Nachmittag - die letzte wissenschaftliche Exkursion, die Gottsche glücklich geführt hat.