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Der diluviale Nunatak des Polnischen Mittelgebirges.

v. Lozinski, W.

Kurzfassung

Im Auftrage des Polnischen Vereins für Landeskunde zu Warschau habe ich in diesem Sommer den zentralen Quarzitrücken (Sw. Krzyz-Rücken) des Polnischen Mittelgebirges und seine nächste Umgebung in glazialgeologischer Richtung untersucht. Eine ausführliche Bearbeitung des reichen Beobachtungsmaterials soll seinerzeit vom genannten Verein herausgegeben werden. Bis dieses erfolgt, mochte ich hier eine vorläufige Mitteilung der wichtigsten Ergebnisse vorausschicken. Der zentrale Quarzitrücken des Polnischen Mittelgebirges stellt einen Härtling (Monadnock) dar, welcher während der prädiluvialen Denudationsperioden dank der Härte des ihn aufbauenden unterdevonischen Quarzites der Abtragung widerstand und, durch letztere aus den umhüllenden weicheren Gesteinen herauspräpariert, wie eine schmale, langgezogene Raupe das eingeebnete Plateau seiner nächsten Umgebung um etwa 250-300 m überragt. Die Betrachtung des glazialen Diluviums, welches sich am genauesten dem gegenwärtigen Oberflächenrelief anschmiegt, führt notwendig zum Schlüsse, daß das hereinbrechende nordische Inlandeis den Sw. Krzyz-Rücken bereits in seiner heutigen Gestalt vorfand. Von NO her tritt der westlichste Ausläufer des Sandomierz-Opatower Lößplateaus bis unmittelbar an den Fuß des Sw. Krzyz-Rückens heran (Fig. 1). Unter der Lößdecke lugt in tieferen Aufschlüssen das nordische Diluvium auf paläozoischer Unterlage hervor. Von NW dagegen grenzt an den Sw. Krzyz-Rücken ein Gebiet nordischen Diluviums an, wo (mit Ausnahme einiger vereinzelter Lößflecke) bald der Geschiebesand, bald der Geschiebelehm in wiederholtem Wechsel auf der Oberfläche zutage treten.