Original paper

,Zur Frage der Terrassenbildungen im mittleren Flußgebiete der Weser und Leine und ihrer Altersbeziehungen zu den Eiszeiten."

Grupe, O.

Kurzfassung

Die Flußablagerungen im mittleren Flußgebiete der Weser und Leine sind in den letzten Jahren wiederholt Gegenstand geologischer Untersuchungen gewesen, bieten uns aber gleichwohl noch eine Reihe ungelöster Probleme, vor allem hinsichtlich ihrer Altersbeziehungen zu den glazialen Ablagerungen, die mehr oder weniger weit nach Süden in die einzelnen Täler hineingreifen und in Konnex mit jenen treten. Bei meinen Kartierungsarbeiten in diesem Gebiete habe ich mein besonderes Augenmerk auch auf die diluvialen Ablagerungen gerichtet, und die bisherigen Ergebnisse hierüber möchte ich als Beitrag zur Deutung ihres Alters und ihrer Entstehung in kurzgefaßter Form mitteilen. Eine ausführlichere Barstellung der Verhältnisse, speziell der Terrassenbildungen zwischen Karlshafen und Hameln, behalte ich mir für später vor, sobald die Spezialkartierung dieses Gebietes abgeschlossen ist. Durchwandert man das landschaftlich anmutige, von hohen bewaldeten Buntsandstein-; und Muschelkalkbergen umrahmte Wesertal von Karlshafen abwärts über Höxter und Holzminden auf Hameln zu, so beobachtet man oft auf weite Strecken einen deutlichen Terrassenbau im Tale, der besonders markant zwischen Holzminden und Hameln in Erscheinung tritt und für diesen Teil des Tales bereits früher von mir kurz behandelt worden ist. Wir sehen zunächst, daß sich von der heutigen Talaue, in der der Fluß in vielfachen Windungen mäandert, eine etwas höher gelegene Stufe abhebt, die den gewöhnlichen Hochwasserfluten entrückt und von fruchtbaren Feldern bedeckt ist. Diese Untere Terrasse steigt um höchstens 3-5 m an bis zum Fuße einer neuen, der Mittleren Terrasse, die mehr oder weniger auffallend, oft wallartig über der ersteren emporragt und bis zu einer Höhe von 12-15 m sich erhebt.