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Brief an Herrn H. Schroeder.

v. Koenen, A.

Kurzfassung

In Ihrer neuesten, zusammen mit Herrn J. Boehm verfaßten Arbeit ,Geologie und Paläontologie der subhercynen Kreidemulde" leiten Sie ein längeres Zitat aus einem Aufsatz von mir mit den Worten ein: ,so daß noch im Jahre 1899 von Koenen die Beziehungen der mesozoischen Formationen zum Harz als Gebirge in folgender Weise erörtern konnte." Hierdurch wird nun, jedenfalls ohne Ihre Absicht, bei dem nicht ganz aufmerksamen Leser der Eindruck erweckt, als seien meine zitierten Ausführungen sämtlich hinfällig, die doch auf die sehr junge Heraushebung des Harzes hinzielen. Das Gegenteil ist aber der Fall, und nur zwei Zeilen wären hinzuzusetzen, um die jetzt von Ihnen gebrachten Tatsachen einzufügen. Ich hatte gesagt, daß bis zur Tertiärformation der Harz nicht ,mit seiner jetzigen Oberfläche wesentlich aus dem Meere emporgeragt hätte", sowie ,daß er nicht als Gebirge existiert haben kann", natürlich der paläozoische Harz, dessen Gesteine heute von jedem Gewässer in Menge mitgeführt werden in das Vorland. Sie schließen sich aber dem Schluß von Brandes an, (S. 27) ,daß das Harzkerngebirge zur Zeit der Ilsenburgmergel bereits an den Meeresboden oder gar die Meeresoberfläche gereicht haben muß". Das ist also noch weniger, als ich für möglich hinstellte, und der Nachweis, daß schon Jasche vor über 50 Jahren Harzgerölle im oberen Untersenon bei Stachelburg, Drübeck, Wernigerode und Ilsenburg beobachtet hat, daß diese Beobachtung von Ewald und anderen, die speziell über die oberste Kreide jener Gegend gearbeitet haben, ingnoriert und schließlich mir entgangen ist, ändert absolut nichts an meiner Auffassung über die Heraushebung des Harzes.