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Neuere Beobachtungen an brandenburgischen Talsanddünen.

Solger, F.

Kurzfassung

Als ich zum letzten Male hier über norddeutsche Dünen sprach, hatte ich eine Anzahl Thesen aufgestellt, die damals nicht zur Erörterung kamen, weil anscheinend niemand der Herren sich zu jener Zeit näher mit diesen Fragen beschäftigte. Inzwischen sind einige Arbeiten erschienen, die ich als eine gewisse Antwort auf meine Thesen ansehen darf, und auf die ich kurz erwidern möchte, ehe ich jetzt für längere Zeit Europa verlasse. Die erste Arbeit stammt von Herrn V. Linstow und beschäftigt sich nur mittelbar mit der Dünenfrage. Herr V. Linstow hatte früher gewisse Feinsande am Nordrande des Flämings als kryokonitähnliche Eissedimente gedeutet und ihre Zurechnung zum Löß mit den Worten abgelehnt: ,daß unsere Feinsande in bezug auf den Gehalt an Staubteilchen eine Mittelstellung zwischen Löß und Mergelsand einnehmen, aber niemals den beim Löß vorhandenen Betrag erreichen". Ich hatte meinerseits dann diese Zwischenstellung damit erklärt, daß die Ostwinde, die den Sand unserer Dünen zusammenwehten, die Staubteile weiter trugen und das gröbere Material schon am Fläming, das feinere erst weiter westlich und südwestlich in den eigentlichen Lößgegenden ablagerten. In seiner neuen Arbeit wendet sich Herr V. Linstow gegen diese meine Auffassung und sagt: ,Jene Staubsande stellen durchaus keine Zwischenstufe zwischen Sand und Löß dar, sondern sind nur als ein etwas abweichender Löß zu betrachten." Ich habe keine Ursache, den früheren Herrn V. Linstow gegen den jetzigen zu verteidigen. Ich habe die Unterschiede dieser Feinsande vom Löß nie für wesentlich gesehen und freue mich, daß Herr v. Linstow derselben Meinung geworden ist, und daß die Sande mit einem recht zweckmäßigen Ausdruck bei der geologischen Kartierung als ,lößähnliche Staubsande" bezeichnet worden sind.