Original paper

Cirripedier (?) aus der alpinen Trias.

Häberle., D.

Kurzfassung

Bei Bearbeitung meines Gastropoden-Materials vom Gipfel des Viezzena kam mir auch ein stark von Limonit durchsetztes und daher sehr brüchiges Gesteinsstück in die Hände, auf dem anscheinend zwei, ziemlich fragmentarische Gebilde mit ihren Längsseiten aneinandergelagert sind. Beide Stücke ließen keine Anklänge an die mir bekannt gewordenen Formen der alpinen Trias erkennen. Zuerst wollte ich sie unbeschrieben zur Seite legen. Um jedoch andere auf derartige Vorkommnisse aufmerksam zu machen und vielleicht von anderer Seite eine Aufklärung zu erhalten, stellte ich sie schließlich auf Grund ihrer besonderen Merkmale ,mit allem Vorbehalt" als ,Stücke sehr zweifelhafter Natur" zu Hyolithes bzw. Conularia. Ausdrücklich hob ich noch hervor, daß es bei dem Leser wie bei mir selbst Bedenken erregen dürfte, ,daß dieses einzige Exemplar einer fraglichen Conularia mit dem einzigen Exemplar eines fraglichen Hyolithes zusammen auf demselben Gesteinsfragment vorkommen soll". Zugunsten meiner provisorischen Deutung konnte ich aber immerhin anführen, daß Bittner bereits Conularien aus dar alpinen Trias erwähnt hat. Nun fragte kürzlich Herr Dr. Martin Schmidt (Stuttgart) bei mir an, ob es sich nicht vielleicht um Cirripedier-Schal handeln konnte. Dadurch veranlaßt, sah ich die einschlägige Literatur durch und muß gestehen, daß tatsächlich eine überraschende Ähnlichkeit mit Schalenstücken von Formen aus der Familie der Lepadiden, besonders Scalpellum, besteht Wahrscheinlich gehören die beiden von mir getrennt beschriebenen Stücke zusammen. Man vergleiche meine Abbildung Taf. VI Fig. 33 in umgekehrter Stellung mit der auch in Zittels Handbuch der Paläontologie, 1. Abt., II. Bd., S. 538 wiedergegebenen Abbildung Darwins, Taf. I, Fig. 4 a, des Scutums von Scalpellum fossula aus der oberen Kreide von Norwich.