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Das älteste Diluvium Sylts, Bemerkungen zu dem Vortrag von Herrn W. Wolff

Gagel, C.

Kurzfassung

In betreff der Kaolinsande möchte ich bemerken, daß ich das Vorkommen reiner Kaolinsande ohne jedes nordische Material nicht leugnen will, daß ich selbst aber an verschiedenen Stellen, so besonders an der Kampener Treppe zwischen Kampen und Weningstedt, am Witte Kliff (Braderup Kliff) und bei Munkmarsch noch mehrere Meter unter der Unterkante des rein nordischen Diluviums zweifellos nordische Gerölle, z. T. von fast Faustgröße, so vor allem Gneise und nordische Quarzite - z. T. die charakteristischen alten grünen Quarzite - gefunden habe. Meyn erwähnt in seiner Monographie der Insel Sylt besonders das Vorkommen von Granitskeletten im Kaolinsand, d.h. ganz zersetzte Granite. Außerdem mochte ich darauf aufmerksam machen, daß die Kaolinsande besonders in dem mehr nördlichen Teil des Rothen Kliffs eine ganz wundervolle Kreuzschichtung aufweisen, die ich am Morsumkliff nie habe sehen können, was m. W. auch schon Stolley betont. Was nun das Vorkommen der ältesten Moräne unter der Hauptmoräne mit der annähernd horizontalen Unterkante betrifft, so kann ich nur betonen, daß ich die Aufschlüsse 1905 ebenfalls unter besonders günstigen Umständen gesehen habe; die damals von mir aufgenommenen Photographien sind z. T. von Herrn Dr. Petersen schon publiziert in: ,Die krystallinen Geschiebe des ältesten Diluviums auf Sylt", worauf ich hier verweisen kann. Ich kam damals nach Sylt, möglichst kritisch gestimmt gegen die Angaben meines geschätzten Gegners Stolley, und konnte doch nichts anderes als seine Beobachtungen bestätigen und ergänzen. Zunächst ist zu konstatieren, daß die Hauptmoräne vom Westerland bis fast nach der Kampener Trepne eine vom linige, fast horizontale Unterkante hat - sie steigt auf der mehrere Kilometer langen Strecke ganz allmählich nur um wenige Meter - und bemerkenswert einheitlich petrographisch ausgebildet ist sowie keinerlei erkennbare Störungen zeigt; die in ihr liegenden Sandschmitzen und Sandstreifen liegen ebenso horizontal wie die Unterkante der Hauptmoräne, auch da, wo diese über der stark gestauchten ältesten Moräne liegt.