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Pechsteine von Meißen

Stutzer, O.

Kurzfassung

Der erste Teil des Vertrages behandelte die genetischen Beziehungen zwischen Dobritzer Quarzporphyr und Pechstein. Vortragender schloß sich der von Sauer aufgestellten Ansicht einer sekundären Entstehung des Dobritzer Quarzporphyres aus Pechstein nicht an. Er erblickt vielmehr in den Typen beider Gesteine relativ gleichzeitige Erstarrungsmodifikationen desselben Magmas, die im Laufe der Zeit beide in ihrer Art teilweise umgewandelt und zersetzt wurden. Auf diesen ersten Teil des Vertrags soll an anderer Stelle näher eingegangen werden. Der zweite Teil des Vertrags besprach die Beziehungen zwischen Obsidian und Pechstein. Der Hauptunterschied zwischen Obsidian und Pechstein besteht in einem verschieden hohen Wassergehalt beider Gesteine. Obsidian ist in der Regel fast wasserfrei, Pechstein ist wasserreich. Daß die Grenze zwischen beiden Gesteinen keine scharfe ist, ersieht man aus folgender Tabelle: ... Durch Angabe weiterer Analysen könnte der ganz allmähliche Übergang zwischen wasserfreien, wasserarmen und wasserreichen natürlichen Gläsern noch dichter als in der obigen Tabelle belegt werden. Der Wassergehalt der wasserreichen natürlichen Gläser, der Pechsteine, wird heute von den allermeisten Petrographen für primär gehalten. Dieser Ansicht sei im folgenden eine andere gegenüber gestellt, nach welcher der allergrößte Teil des Wassergehaltes der Pechsteine sekundär ist, nach welcher die Pechsteine nichts anderes sind, als alte Obsidiane, die im Laufe der Zeit Wasser aufgenommen haben. Für die Begründung dieser Meinung seien folgende Beobachtungen angeführt. 1. Bei Annahme einer späteren Wasseraufnahme lassen sich speziell bei den Pechsteinen von Meißen viele Erscheinungen leichter erklären als bei Annahme eines primären Wassergehaltes.