Original paper

Die ersten Paludinen aus dem Posener Flammenton.

Menzel

Kurzfassung

An die Kgl. Geologische Landesanstalt zu Berlin gelangten vor einiger Zeit die Proben einer Bohrung von dem Ansiedelungsgute Lopatken, Parzelle 31 c, auf dem Meßtischblatte Goßlershausen in Westpreußen. Diese Bohrung, die im Gebiet der Endmoräne gelegen ist, wurde in der genannten Anstalt durch J. Behr bearbeitet und wies nach dem im Jahrbuche der Geol. Landesanstalt veröffentlichen Schichten Verzeichnis folgendes Profil auf: 0 - 1 m Geschiebelehm; 1 - 8 m Geschiebemergel; 8 - 31 m Posener Ton; 31 - 33 m brauner Ton mit Pflanzenresten; 33 - 36 m grauer Ton; 36 - 40 m dunkelbrauner Kohlenletten mit zahlreichen Conchylienresten (Paludina dil.). Diese Conchylienreste waren Bruchstücke von Paludinen und anfänglich als Paludina diluviana Kunth bestimmt und demgemäß die darüberliegenden tonigen Bildungen als eine Scholle von Posener Flammenton im Diluvium bezeichnet worden. Im Januar dieses Jahres übergab mir Herr Jentzsch, der die Bohrung Lopatken in dem erläuternden Texte zu Blatt Goßlershausen zum Abdruck bringen wollte und die Paludinenschicht für tertiär erachtete, die Paludinenreste mit der Bitte, dieselben genauer zu untersuchen und zu bestimmen. Meine Prüfung der Fossilreste ergab nun folgendes: Die leider nicht vollständig erhaltenen Paludinen, von denen etwa 6 größere, mehrere Windungen aufweisende Bruchstücke und daneben eine ganze Anzahl Anfangswindungen und Stücke der letzten Umgänge vorhanden waren, gehören zu den Arten mit glatter Schale. Sie sind ungemein dickschalig und haben gewölbte Umgänge und tiefe Nähte, wodurch ein treppenförmiger Aufbau zustande kommt. Die jüngsten Windungen sind etwas stumpfer als die nächstfolgenden, so daß eine mehr eiförmig-kegelige Gestalt entsteht. Der Innenraum der Windungen ist länglich eiförmig, oben etwas gerundet und nicht in eine Spitze auslaufend. Es ist anzunehmen, daß dementsprechend auch die Mündung eine mehr gerundete Form hatte.