Original paper

Über die Gliederung der oberen Schichten des Mainzer Beckens.

Koenen, A. V.

Kurzfassung

Herr C. Mordziol hat soeben in den Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preuß. Rheinlande und Westfalens f. 1909, S. 165 einen Aufsatz veröffentlicht ,Über die Parallelisierung der Braunkohlenformation im Rheinischen Schiefergebirge mit dem Tertiär des Mainzer Beckens und über das Alter der Cerithienkalkstufe". Er gelangt darin zu dem Schluß, daß die ,Cerithienkalkstufe" des Mainzer Beckens dem Unter-Miocän angehört und gleich seiner Vallendarer Stufe fluviatilen Ursprungs sei. Er führte vorher aus, daß die Corbicula-Kalke als selbstständige Stufe fallen zu lassen seien, weil sie gegen die Cerithienschichten sowohl als auch gegen die Hydrobienkalkstufe oft recht schwer abzugrenzen seien, weil, wie Steuer selbst bemerkte, das oft recht mißlich sei; denn die Bänke seien nicht überall typisch entwickelt, und in der mergeligen Facies fehlte die Muschel überhaupt, und weiter ,es folgen an vielen Stellen über den Corbicula-Bänken Mergel ohne die Muschel mit Hydrobien, manchmal aber auch ganz ohne Fossilien". Dies würde aber gar nichts beweisen, wie auch in den älteren Formationen es oft sehr mißlich ist, eine ganz scharfe Grenze zu ziehen, wenn Schichten ohne Fossilien oder ohne bezeichnende Fossilien auftreten. Wenn ich aber auch heute noch auf der seit über 40 Jahren gewonnenen Ansicht beharre, daß eine befriedigende Abgrenzung der Corbicula-Schichten gegen die Hydrobienschichten nicht durchgeführt worden ist, so halte ich es doch für möglich und jedenfalls für sehr erwünscht, daß eine genauere Gliederung in diesen oberen Süßwasserbildungen noch vorgenommen wird. Die Begrenzung der Cerithienkalke usw. nach oben ist aber keineswegs eine künstliche und an solchen Stellen, wo überhaupt die Aufschlüsse und Elemente für eine Trennung vorhanden sind, sehr wohl auszuführen.