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Zur Tektonik des Siebengebirges.

Kranz, W.

Kurzfassung

Die Lage des Siebengebirges am Südostzipfel der Kölner Bucht, deren tektonische Anlage beute nicht mehr bezweifelt wird, läßt an sich schon auf Zusammenhang zwischen Tektonik und Vulkanismus schließen, ebenso wie die Lage der östlichen Eifelvulkane am Rande des Neuwieder Beckens. C. Heusler vermutete denn auch im Siebengebirge Störung der tertiären Ablagerung und beobachtete am Brückseifen und Finkenseifen das Einfallen von quarzitischen Sandsteinen mit 40° gegen SO. Nach E. Kaiser soll die Unterlage der ,liegenden tonigen Schichten" die Erosionsformen des Devons umkleiden. Eine muldenartige Vertiefung soll tertiärer oder vortertiärer Erosion oder wohl vielleicht auch einer vortertiären Grabenversenkung ihre Entstehung verdanken. Sie soll sich gegen Norden verflachen und von tertiären Schichten ausgefüllt werden. ,Diese Schichten fallen natürlich gleichmäßig mit der Oberfläche des Devons ein. Diese Lagerung kann man besonders deutlich auf der Dollendorfer Hardt beobachten, wo im allgemeinen ein nordwestliches bis nördliches Fallen der Grenzen der tonigen gegen die quarzigen Schichten wahrzunehmen ist. Eine genauere Bestimmung der Streich- und Fallrichtung dieser Schichten ist nicht möglich, da die Schichtungsfläche dieser Gesteine sich nicht freilegen läßt." Laspeyres erkennt in denselben Tongruben eine ,höckerige Oberfläche" des Tones ,und deshalb sehr ungleiche Mächtigkeit"; auch er erklärt die verschiedene Höhenlage der tertiären Sedimente durch muldenartige Ausfüllung einer Bucht, und seine schöne geologische Karte 1 : 25000 des Siebengebirges (Meßtischblatt) ebenso wie seine Schnitte enthalten keinerlei Verwerfungen, obwohl er aus der Streichrichtung der Gesteinagänge auf eine Abhängigkeit der Anordnungs- und Durchbruchsrichtung der vulkanischen Ausbrüche von den im Grundgebirge vorhandenen Spalten schließt [a.a.O., S. 187 (67)]. Ebenso habe ich in der übrigen Literatur des Gebietes nichts Bestimmtes über Verwerfungen innerhalb dieses Vulkangebietes gefunden. Die Pleisbachtalspalte mit etwa 100 m Sprunghöhe liegt östlich davon.