Original paper

Über einen neuen nephelin- und nosean führenden Basaltgang im Vicentinischen.

Maddalena, L.

Kurzfassung

Unter den lamprophyrischen Gesteinen, welche ich im Herbst 1907 im oberen Vicentin sammelte, fand sich ein Vorkommen, welches Nephelin und Nosean enthält und dem von Artini beschriebenen Nephelinbasalt sehr ähnlich ist. Es ist nicht nur wegen seiner mineralogischen Zusammensetzung, sondern auch wegen seines geologischen Auftretens sehr interessant. Das Gestein durchsetzt als Gang das Eruptivmassiv der Guizze-Berge bei Schio, deren Entstehung nach Tornquist in die Wengener Eruptivperiode fällt. V. Foullon und V. Lasaulx haben analoge Gesteine als Glimmerporphyrit beschrieben. In der Mitte des Eruptivstockes bei dem Dorfe Poleo-Falgare wird eine Bleiglanz- oder Blendegrube betrieben. Die Stollen durchsetzen und folgen (Fig. 3) einem lamprophyrischen Gang, der die Richtung N-S bzw. SSW-NNO besitzt. Das Gestein desselben hat ein basaltisches Aussehen, ist grauschwarz, dicht bis feinkörnig. Wo die Verwitterung etwas vorgeschritten ist, sind zahlreiche Drusen von weißem und rosa Zeolith zu beobachten, welche dem frischen Gestein gänzlich fehlen. Nur mit der Lupe sind grünliche Olivine als Einsprenglinge zu bemerken. Unter dem Mikroskop zeigt das Gestein eine deutliche porphyrische Struktur. Die Einsprengunge sind meistens Olivin, der vollständig in Carbonat und in Serpentin umgewandelt ist; nur wenige bestehen aus frischem Augit. In den Schliffen sind auch einige rundliche miarolitische Räume und pegmatitähnliche mikroskopische Gänge und Nester zu bemerken. Artini hat ähnliche Räume aus seinem Gestein erwähnt und ihnen einen hysterogenetischen Ursprung zugeschrieben. Sie haben sich vermutlich auf pneumatolytischem Wege mit Nephelin, Pyroxen, Biotit und etwas Apatit gefüllt und späterhin dann noch eine Infiltration von Calcit erfahren. In der Grundmasse ist Pyroxen in Form von schmalen kleinen Prismen reichlich vorhanden. Die Farbe ist bräunlichweiß; Pleochroismus fehlt gänzlich. Die Längsrichtung entspricht der Elastizitätsachse C; dies deutet auf ein. alkalireiches Glied der Pyroxenreibe.