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Über die Plänerschotter und das Diluvium des Leinetales.

Koenen, A. V.

Kurzfassung

In der kurzen brieflichen Mitteilung im Jahrbuch der Kgl. Geolog. Landesanstalt für 1908, S. 100 und 610 hatte ich bemerkt, daß für die Gegenden von Alfeld-Gronau ,bisher nur eine Glazialzeit nachgewiesen werden konnte"; natürlich ist damit ,Vereisung" gemeint. Der Geschiebelehm, die Grundmoräne, zieht sich an flacheren Gehängen verschiedentlich vom Leinetal aus um 40 und mehr Meter ohne oder doch ohne wesentliche Unterbrechungen in die Höhe, so daß die Höhenlage allein einen genügenden Anhalt für die Trennung von Grundmoränen verschiedenen Alters nicht liefern kann. Ich halte es aber für höchst wahrscheinlich, daß die Vorstöße des nordischen Gletschers nicht gleich weit nach Süden gereicht haben, daß also die verschiedenen Vereisungen nicht gleich weit sich nach Süden erstreckt haben und mit ihnen die Grundmoränen. Bei der Nähe der südlichen Verbreitungsgrenze des nordischen Diluviums würde eine solche Differenz von nur 30 oder gar 40 km schon genügt haben, um das Auftreten nur einer Vereisung bei Alfeld-Gronau herbeizuführen, gleichviel ab in Holstein usw. drei oder mehr Vereisungen sich nachweisen lassen. Herr O. Grupe hat nun in Nr. 12 dieser Monatsberichte vorigen Jahres einen Aufsatz veröffentlicht ,zur Frage der Terrassenbildungen im mittleren Flußgebiete der Weser und Leine und ihre Altersbeziehungen zu den Eiszeiten". Er sagt darin selbst (S. 485), daß die Flußterrasse ,ihre Existenz einer zweiten, jüngeren Vereisung verdankt, ist aus den Lagerungsverhältnissen im Leinetal vielleicht nicht ohne weiteres ersichtlich". Unbegründet ist daher vorläufig die von O. Grupe geäußerte Ansicht, es sei eine ,nicht richtige Voraussetzung daß die glazialen Ablagerungen des mittleren Leinegebietes einer einzigen Vereisung angehören". Gänzlich unbegründet ist aber auch, daß Grupe die von mir als vor- oder frühglazial unterschiedenen ,Plänerschotter" ohne weiteres als ,Schotter dieser (Leine-) Terrasse in den Nebentälern" bezeichnet, ohne sie selbst näher untersucht zu haben.