Original paper

Geologischen und petrographischen Verhältnisse

Grupe, O.

Kurzfassung

Die Basalte des Sollings, ihrer mineralischen Zusammensetzung nach teils dichte olivinreiche Plagioklasbasalte (Bramburg), teils olivinarme, vielfach rhombischen Augit führende Dolerite und Trachydolerite (Polier, Amelieth) sind besonders interessant durch ihre nachweisbaren genetischen Beziehungen zu dem Gebirgsbau der Gebiete, in denen sie liegen, sowie durch ihre hochgradigen Zersetzungserscheinungen, wie sie bei Basalten in dieser Ausbildung nicht allzu häufig sein dürften. Bei sämtlichen Basaltvorkommen liegen präexistierende Eruptionsspalten vor, die sich an der Erdoberfläche durch bedeutendere Verwerfungserscheinungen dokumentieren. Diese präexistierenden Spalten gehören zum Teil wie an der Bramburg ihrer Entstehung nach einer präoligocänen Epoche der Gebirgsbildung an, in der der Solling, der Reinhardswald und ihr weiteres Vorland ihre maßgebende; Erhebung erfuhren, sind dann aber nach Ablagerung des Tertiärs zur jungmiocänen Zeit zum zweiten Male aufgerissen, wobei sie Einstürze tertiärer Schichten erzeugten und zugleich an einigen Stellen basaltischen Magmen den Austritt an die Erdoberfläche ermöglichten. Dort, wo diese tertiären Verwerfungen nur einseitig erfolgt sind und das Tertiär nach Abtragung des stehengebliebenen Flügels nach wie vor den Buntsandstein des Sollings krönt, bildet auch der das Tertiär bedeckende Basalt eine auffallende Erhebung hoch oben auf dem Sollingplateau (Bramburg). Wo dagegen die tertiären Schichten zwischen zwei in gleichem Sinne verlaufenden Spalten zur Tiefe gesunken sind, also inmitten der Buntsandsteinhöhen ein tiefes Einbruchstal erfüllen, liegen auch die Basalte am Bande des Tertiärgrabens unten im Tal (Polier, Amelieth). Speziell an der Bramburg ließ sich aus den Lagerungsformen der in einzelne Säulen abgesonderten Basaltdecke einwandfrei feststellen, daß der Basalt nicht etwa mit verworfen worden ist, sondern nach oder besser infolge der Tertiärversenkung auf den Randspalten hervorgequollen ist, um sich dann an der Oberfläche deckenförmig auf dem eingesunkenen Tertiär auszubreiten und an den stehengebliebenen Buntsandsteinsockel anzulagern.