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Über den geologischen Aufbau von Nordcelebes

Ahlburg

Kurzfassung

Seit Wallaces Studien über die Beziehungen der eurasischen und australischen Tierwelt spielt das Problem eines alten Zusammenhanges dieser beiden Kontinentalmassen in der Erdgeschichte eine große Rolle. Bis in die neueste Zeit sind von einer Reihe, von Forschern wieder und wieder Versuche gemacht, sei es auf zoologischer, sei es auf ethnographischer, sei es endlich auf geologischer Grundlage, die Existenz jener hypothetischen Landbrücke, deren Überbleibsel der heutige Sundaarchipel darstellt, nachzuweisen und insbesondere die Frage zu lösen, wann sich jene Landbrücke aufzulösen begann. Wallace selbst folgerte unter anderem aus der Existenz der eigenartigen australischen Reliktenfaunen, insbesondere der Laufvögel und Beuteltiere, daß jene Brücke sich bereits in sehr früher Tertiärzeit aufgelöst haben müsse, und zwar längs einer Linie, die Celebes mit Neuguinea der australischen Zone angliedert, während die übrigen großen Sundainseln mit den Philippinen den Zusammenhang mit dem asiatischen Kontinent länger behielten und erst in jüngerer Zeit sich losgelöst haben sollten. Indessen zeigte sich mit dem schrittweisen Vorrücken unserer Kenntnis insbesondere der Tierwelt auf den einzelnen Inseln des Archipels, daß die von Wallace gezogene Grenzlinie zwischen Celebes und Borneo, also der ostasiatischen und australischen Tierwelt, gar nicht in der Schärfe besteht, daß vielmehr von Insel zu Insel Übergänge der mannigfachsten Art zwischen den Faunenelementen bestehen. Diese Ansicht ist noch neuerdings durch zwei hochverdienstvolle Forscher die Gebrüder Sarasin, ausgesprochen auf Grund einer jahrelange Durchforschung von Celebes, jener Sundainsel, die von jeher bei der Aufrollung der tiergeographischen Fragen im Mittelpunkt des Interesses gestanden hat. So bleibt also die eigentliche Losung des Problems, insbesondere der Nachweis der Existenz einer alten Landbrücke zwischen Asien und Australien und der Zeitpunkt ihrer Auflösung, der Geologie vorbehalten.