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Über die genetischen Beziehungen zwischen Pechstein und Porphyr der Meißner Gegend

Stutzer, O.

Kurzfassung

Im Jahre 1888 hielt A. Sauer in der Deutschen Geologischen Gesellschaft einen Vortrag über die genetischen Beziehungen zwischen Pechstein und Porphyr der Meißner Gegend. Die in diesem Vortrage mitgeteilten Ansichten finden sich wiedergegeben in der Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Bd. 40, S. 601 ff., und in den Erläuterungen zur Sektion Meißen der geologischen Spezialkarte des Königreichs Sachsen (Leipzig 1889). Die dort von Sauer verfochtene Meinung ist heute von vielen Petrographen im großen und ganzen akzeptiert worden. So verteidigte sie unter anderen auch H. Rosenbusch in der vor kurzem (1908) erschienenen vierten Auflage der mikroskopischen Physiographie der massigen Gesteine (S. 824). Die Ansicht Sauers ist folgende: ,Ans den Darlegungen auf S. 81 und 91 hatte es sich ergeben, daß jedenfalls enge genetische Beziehungen nicht bloß zwischen Pechstein und Pechsteinfelsit, sondern auch zwischen diesen und dem Dobritzer Porphyr bestehen, auf Grund welcher anzunehmen wäre, daß der Pechstein als alleinige ursprüngliche Eruptivmasse zuerst in Pechsteinfelsit und dieser dann in Dobritzer Porphyr überging." (Erläuterung zur geologischen Spezialkarte des Königreichs Sachsen, Blatt 48, Sektion Meißen, S. 92, Leipzig 1889.) Nach Sauers Ansicht ist demnach der Dobritzer Quarzporphyr sekundär aus Pechstein hervorgegangen. Für die Begründung dieser Ansicht werden folgende Beobachtungen angeführt: Bei beginnender Veränderung des Pechstein vermehren sich die persischen Sprünge. Gleichzeitig mit Zunahme der perlitischen Sprünge tritt oft eine ,felsitähnliche" Substanz auf. Diese ,felsitähnliche" Substanz ist sekundären Ursprunges. Denn: 1. Diese Felsitbildung erfolgt von perlitischen Sprüngen aus. Eine Trübung des Pechsteinglases geht ihr voraus. 2. Die Ströme der opaken Mikrolithen verschwinden vor der um sich greifenden Felsitbildung. Sie werdet offenbar zerstört (hydratisiert). Für letzteres spricht auch ein im Felsit bisweilen vorhandenes, fein verteiltes rötlichbraunes Pigment.