Original paper

Zur Stratigraphie des Bruchberg-Ackersilurs im Oberharz.

Erdmannsdörffer., O. H.

Kurzfassung

Meine vorläufige Darstellung der stratigraphischen Verhältnisse der Bruchberg-Ackerschichten im Oberharz, die ich 1906 veröffentlicht habe, unterzieht R. Lepsius einer Besprechung, in der er meine Ergebnisse für irrtümliche erklärt und eine ,Umdeutung" der stratigraphischen Beziehungen vornimmt. Obwohl inzwischen die geologischen Spezialkarten des Oberharzes erschienen sind, in deren Erläuterungen (Blätter Riefensbeek und Harzburg) die Schichten naturgemäß ausführlicher beschrieben werden als in jenem Aufnahmebericht halte ich es doch für zweckmäßig, die wesentlichen Punkte hier nochmals kurz zusammenzufassen. Es sind zwei Punkte, die Lepsius besonders angreift. Er behauptet: 1. Der Bruchberg-Ackerquarzit sei nicht silurisch, sondern devonisch, und zwar vom Alter der Oberkoblenzstufe. 2. Die Ortberggrauwacke sei nicht silurisch, sondern culmisch. Beide Behauptungen beruhen auf unzureichender Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und sind durchaus irrig. Das System des Bruchberg-Ackerquarzites im weiteren Sinne bildet einen in sich geschlossenen, zusammengehörigen stratigraphischen Komplex, der in dieser Entwickelung im Harz nirgends wieder auftritt. Insbesondere ist der Unterschied gegen die fossilreichen Unterdevonschichten des Kahlebergsandsteins und den Unterharzer Hauptquarzit schon rein petrographisch nicht zu verkennen. Dagegen ist die Analogie des eigentlichen Bruchberg-Ackerquarzites mit dem Kellerwälder ,Wüstegartenquarzit" (Denckmann) schon 1865 von Wuertenberger erkannt und später von Lossen bestätigt, nicht aber von mir ,plötzlich" und ,nur nach einer scheinbaren petrographischen Ähnlichkeit" behauptet worden.