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Zur Entwicklung des Pontus im jüngeren Tertiär.

Blanck, E.

Kurzfassung

In Kleinasien hat R. Leonhard mächtige Eruptivmassen andesitischer Gesteine nachgewiesen, und in Transkaukasien sind weitere große Eruptionsgebiete bekannt. Eine nähere Altersfeststellung für die Ausbrüche dieser Eruptivmassen als ,etwa Mitteltertiär" ließ sich bisher aus Mangel an stratigraphischen wie paläontologischen Tatsachen nicht ermitteln. F. Frech konnte zwar für die Eruptivmassen des Hinterlandes von Kerasunt und Ordu den Nachweis erbringen, ,daß die Massenausbrüche in enormer Mächtigkeit ohne erhebliche Störungen die Oberkreide und das Eocän überlagern und somit mitteltertiäres Alter besitzen". Jedoch eine noch schärfere Altersfixierung war nicht durchführbar. Zufolge der Ausführungen Frechs, wonach nach dem mitteltertiären Höhepunkt der Eruptionen bald ein rasches Aufhören der eruptiven Tätigkeit an der Küste erfolgt sein sollte, war es interessant, die sarmatischen Schichten, in denen keinerlei Beimengung eruptiven Materials mehr zu erkennen.; war, auch von der chemischen Seite hierauf hin zu untersuchen. Einmal um den Beweis für die geäußerte Ansicht zu erbringen und sodann, um zugleich hiermit einen sicheren Anhaltspunkt für die Zeit der Einstellung der eruptiven Tätigkeit zu gewinnen, zumal die paläontologischen und stratigraphischen Befunde dieses bisher nicht völlig vermochten. Die Anregung zu den nachfolgenden Untersuchungen sowie das Material für dieselben erhielt ich durch die Liebenswürdigkeit von Herrn Prof. Frech selbst, dem ich auch an dieser Stelle für sein gütiges Entgegenkommen den verbindlichsten Dank auszusprechen mir erlaube. Die zur Untersuchung gelangten fraglichen Bildungen entstammen einem etwas mehr als 6 m hohen Küstenprofil sarmatischer Kalke und Tone am Meeresgestade von Conyun Déré zwischen St. Stefano und Kutschuk Tschekmedjé westlich von Konstantinopel.