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Über die in Tektiten eingeschlossenen Gase.

Beck, Richard

Kurzfassung

Bei Gelegenheit des Jubiläums der Universität Genf im vorigen Jahre fanden sich auf eine Einladung des Herrn Professors L. Duparc hin im dortigen chemisch-mineralogischen Laboratorium eine Anzahl fremder Mineralogen und Geologen ein, um die gasanalytischen Untersuchungsmethoden des Herrn Lic. Albekt Brun in Augenschein zu nehmen. Wie tief die. Ergebnisse dieser Gasanalysen vulkanischer Gesteine und später solche vulkanischer Exhalationen an Vulkanen selbst in den letzten Jahren seit den Arbeiten Bruns in die vulkanologische Forschung eingegriffen haben, ist bekannt. Beim damaligen Besuche schon äußerte ich die Idee, daß dies feinen Untersuchungsmethoden von größter Wichtigkeit auch für die immer noch umstrittene Frage nach der Herkunft der Meldavite und anderer Tektite werden könnten. Später hatte ich die Freude, daß sich Herr Brun bereit erklärte, mit eigner geübter Hand und mit seinen vorzüglichen Apparaten solche schwierigen Analysen an Tektiten vorzunehmen. Das diesen Arbeiten zugrunde gelegte Material stammt aus der Sammlung des geologischen Institutes der Freiberger Bergakademie. Herr Brun veranlaßte mich, weil er vielbeschäftigt ist, die Veröffentlichung seiner Untersuchungen zu übernehmen, und erlaubte mir, die Ergebnisse wissenschaftlich nach Belieben zu verwerten. Die Literatur über die Tektite ist durch Herrn Franz E. Suess, den Hauptkenner dieser merkwürdigen Gebilde, so vorzüglich zusammengefaßt worden, daß ich den Gegenstand hier nicht zu wiederholen brauche. Die Methode A. Bkuns besteht in der Hauptsache darin, vulkanische Gesteine im elektrischen Ofen, und zwar im luftleeren Räume, zum Schmelzen zu bringen, die freiwerdenden magmatischen Gase abzusaugen und unter Berücksichtigung auch der etwa sublimierten Bestandteile gasanalytisch quantitativ zu bestimmen. Die Einzelheiten des Verfahrens hat er in mehreren Arbeiten in den Genfer ,Archives des Sciences physiques et naturelles" beschrieben.