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Salzquellen und Salzmoore in der Asse und am Heeseberge.

Hoehne, E.

Kurzfassung

In der April-Sitzung unserer Gesellschaft wurde von Herrn Dr. Harbort das interessante Gebiet der hannoverschen Salzhorste besprochen, jene eigenartigen Aufpressungserscheinungen, die für die Kaliindustrie von großer Bedeutung sind. Dies gibt mir Veranlassung, schon jetzt auf Erscheinungen hinzuweisen, die vielleicht geeignet sind, im Verein mit den Lagerungsverhältnissen Schlüsse zuzulassen auf das Vorhandensein bzw. den Verlauf von Zechsteinaufpressungen. In der südöstlich Wolfenbüttel gelegenen Asse, die sich mit ihrem Ausläufer, dem Heeseberge, bis Jerxheim erstreckt und die Fortsetzung des Staßfurt-Egelner Rogensteinsattels bildet, fallen besonders die vielen dort zutage tretenden Salzquellen auf, die, in der Achse emporsteigend, zum großen Teil auf tektonische Ursachen zurückzuführen sind. Neben diesen sind dort überhaupt die alluvialen Verhältnisse interessant, die in mannigfacher Weise Anhaltspunkte ergeben bezüglich des Zutagetretens von Zechstein, bzw. Schlüsse zulassen, daß Zechsteinsalze in geringer Teufe zu erwarten sind. In erster Linie sind es Moorbildungen, die größtenteils als typische Salzmoore bezeichnet werden können. Derartige Salzmoore finden sich in der Gegend zwischen Berklingen und Ührde sowie in der Barnstorfer Senke, d.h. zwischen Ührde und Barnstorf, jener Gegend, die vielfach von unteroligocänen, glaukonitreichen Sanden bedeckt wird. Ein zweites, typisches Salzmoorgebiet findet sich bei Jerxheim zwischen dem Sültenberge und der Molochshöhe am Ausläufer des Heeseberges. Für diese Salzmoore, auf denen viele charakteristische Salzpflanzen vorkommen, und die auch besonders durch das lebhaft grün- bis gelbgrüngefärbte Gras auffallen, sind Salzausblühungen wesentlich, die so stark sind, daß an einzelnen Stellen der Moorboden mehr oder weniger grau bis schmutzigweiß erscheint und mit bloßem Auge sehr gut die Auskrystallisation von Salz, bisweilen in größerem Umfange, erkennen läßt.