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Die Veränderungen des Klimas seit der letzten Eiszeit in Deutschland.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

Wie Seite 97 und 98 mitgeteilt worden ist, soll dieser Bericht als Grundlage für die Verhandlungen auf dem 11. Internationalen Geologenkongreß in Stockholm dienen, und ich habe mich daher bemüht, unter Vermeidung jeglicher Kritik die verschiedenen Ansichten der Autoren in gedrängter Kürze möglichst genau zum Ausdruck zu bringen. Wegen des sehr starken Auseinandergehens der Auffassungen in der Frage der Klimaschwankungen war es mir unmöglich, die verschiedenen Aufsätze ineinander zu verarbeiten und zu einem einheitlichen Bericht zusammenzufassen, sondern ich mußte mich, um den. Autoren gerecht zu werden, darauf beschränken, ihre Beiträge der Reihe nach einzeln zu besprechen. A. Schulz nimmt bei der Darlegung seiner Ansichten über die Veränderungen des Klimas in Deutschland fünf Vergletscherungsperioden an, in denen das nordische Inlandeis bis nach Deutschland hinein vordrang, und behandelt die Zeit vom Beginn der vorletzten Vergletscherungsperiode ab, d.h. ,die ganze seit dem Beginne der Entwicklung der gegenwärtigen phanerogamen Flora und Pflanzendecke Deutschlands verflossene Zeit". Nach ihrer klimatischen Anpassung lassen sich in der Phanerogamenflora Deutschlands fünf Gruppen unterscheiden. Ihre Arten wachsen hauptsächlich oder ausschließlich in solchen Gebieten, in denen im Vergleich zu dem gegenwärtig herrschenden Klima der niedrigen Gegenden des zentralen Mitteldeutschlands folgende klimatische Bedingungen vorhanden sind: I. Gruppe. Sommer- und Winterklima kühler. II. Gruppe. Sommermonate trockner und sämtlich oder wenigstens teilweise wärmer; Winter trockner und kälter. III. Gruppe. Winter gemäßigter; Sommer ebenso warm oder wärmer. IV. Gruppe. Sommerklima feuchter und meist auch kühler; Winterklima feuchter und gemäßigter. V. Gruppe. Umfaßt Arten von viel weiterer klimatischer Anpassung als diejenigen der Gruppen I-IV.