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Eine vereinfachte graphische Darstellung der chemischen Gesteinszusammensetzung unter Benützung der Osannschen Analysenwerte

Finckh, L.

Kurzfassung

Bei der Bearbeitung der Gesteine des Kiwuseegebietes wurde ich durch meinen Mitarbeiter, Herrn Dr. Hauser, darauf hingewiesen, daß die Osannsche Projektionsmethode für die Darstellung der Gesteinsanalysenwerte in Chemikerkreisen vielfach nicht befriedige, zumal da das Verhältnis zwischen farblosen und farbigen Gemengteilen nicht besonders deutlich zum Ausdruck komme, und da von den ein Gestein aufbauenden einfachen Stoffen nur ein, wenn auch wichtiger Teil, vor allem aber nicht die Kieselsäure berücksichtigt sei. Um eine Übersicht der chemischen Zusammensetzung der Kiwuseegesteine zu geben und sie mit verwandten Gesteinen zu vergleichen, habe ich zunächst versucht, die von F. Becke bei dem Vergleich der Gesteine des böhmischen Mittelgebirges mit den Andengesteinen verwendete Darstellung zu benützen, da sie vor der Osannschen Dreiecksprojektion den großen Vorzug hat, daß auch die Kieselsäure Berücksichtigung findet. Becke legt seine Vertikalebene nicht wie Osann durch die Ecke A des gleichseitigen Dreiecks und dessen Mittelpunkt, sondern durch die Linie A F. Die Einheiten der Abszissen sind dann proportional a - f, und der 0-Punkt der Abszissen liegt in der Mitte des unteren Randes der Vertikalebene. Dadurch ist es Becke ermöglicht, unter Wahrung enger Beziehung zum Osannschen Dreieck die Si-Ordinaten zur Darstellung zu bringen, indem er auf den Ordinaten die Werte c und Si aufträgt. Zu bemerken ist noch, daß Becke dem Wert Si die auf 100 berechneten Atomzahlen, Osann dagegen seinem Wert s die auf 100 berechneten Molekularzahlen zu Grunde legt. Da bei der Beckeschen Methode die Einheiten der Abszissen proportional a - f sind, so wird der Analysenort eines Gesteines, für das der Wert c verhältnismäßig hoch ist, gegen F hin verschoben. So würde z.B. der Analysenort eines Gesteines mit a 5 c 5 f 10 auf der Ordinate über Punkt - 5 der Abszissenaxe liegen (siehe Fig. 2).