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Über Erhebungskratere

Reck

Kurzfassung

Es mag in dieser Zeit des Streites über die selbständige Kraft des Vulkanismus nicht ganz uninteressant sein, darauf zu verweisen, daß schon in der Philosophie Griechenlands diese frage angeschnitten war Anaximenes vertrat diesbezüglich eine Einsturztheorie und glaubte, die Erdbeben und vulkanischen Erscheinungen als Folgen von Spaltungen der Erdkruste, die durch Regen und Wärme verursacht waren, deuten zu sollen. Anaxagoras und seine Schule dagegen stellten eine Explosionstheorie auf, nach der die im Erdinnern eingeschlossenen Dämpfe sich oft unter heftigen Erschütterungen des Bodens einen Weg zur Oberfläche bahnten. So brachte man damals schon Vulkane und Erdbeben in ursächlichen Zusammenhang, was als erster Plato deutlich aussprach, während seine Vorgänger offenbar mehr seismische Vorgänge im Auge hatten und diese unbewußt durch ihre Erklärungsversuche mit dem Vulkanismus in Verbindung setzten. Auch die eigentliche Idee der Erhebungskratere reicht bis ins Altertum zurück. So schreibt schon Aristoteles über den im 3. Jahrh. v. Chr. entstandenen Vulkanberg bei Methone am Hermionischen Meerbusen: ,Das Erbeben der Erde hört nicht eher auf, als bis jener Wind, der die Erschütterung verursacht, aus der Erdrinde ausgebrochen ist. So ist es vor kurzem. zu Heraklea im Pontus geschehen und vormals in Hiera, einer der äolischen Inseln. Auf dieser nämlich ist ein Teil der Erde aufgeschwollen und hat sich mit Getöse zu einem Hügel erhoben, so lange, bis der mächtig treibende Hauch einen Ausweg fand und Funken und Asche ausstieß". - Auch Strabo folgt dem gleichen Gedankengang bei seiner Schilderung der Entstehung des Ätna, und ähnlich beschreibt Ovid den gleichen Vorgang: Da schwillt durch der eingezwängten Dämpfe Kraft der sich dehnende Boden wie eine luftgefüllte Blase empor, er schwillt wie das Fell eines zweigehörnten Bockes.