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Zur Geologie der nordhannoverschen Salzhorste

Harbort, E.

Kurzfassung

Bekanntlich sind bereits seit etwa 40 Jahren einige wenige Zechsteinsalzvorkommen mit Kalisalzeinlagerungen im nordwestdeutschen Flachlande durch Salinenbohrungen und Kalisalzschächte aufgeschlossen, so bei Jessenitz-Lübtheen und. Lüneburg. Aber erst etwa in den letzten 10 Jahren wurden durch Hunderte von Bohrungen, welche den Untergrund des nordhannoverschen Flachlandes siebartig durchlöchern, zahlreiche horstartige Vorkommen von Zechsteinsalz erbohrt. Es ist allgemein bekannt, daß das salzführende Gebirge hier entweder direkt unter dem Diluvium oder unter tertiären und obercretacischen Schichten angetroffen wurde. Den horstartigen Charakter aller dieser Salzvorkommen hat wohl zuerst H. Monke erkannt und seitdem wiederholt betont. Indes sind des näheren über den geologischen Aufbau dieser Salzhorste bislang in der Literatur nur wenige Mitteilungen gemacht worden. Die einzige zusammenfassende Schilderung hat Herr Beyschlag in der geologischen Einleitung zur Festschrift des 10. Deutschen Bergmannstages (,Deutschlands Kalibergbau") gegeben. Er hat bereits darauf aufmerksam gemacht, daß alle die Zechsteinsalzvorkommen in der Lüneburger Heide in tektonischer Hinsicht einen besonderen Typus darstellen, insofern, als sie pfeilerartig, in sich stark gefaltet und gestört, aus jüngeren, mesozoischen Schichten hervorragen. Es sind vorwiegend Schichten der Kreideformation, an denen die Salzhorste mit steil einfallenden Verwerfungen absetzen. Über die Richtung und Anordnung der verschiedenen Salzvorkommen konnte jedoch damals noch keine Gesetzmäßigkeit festgestellt werden, wenngleich auch schon die Begrenzungsspalten einiger Horste die Hauptstreichungsrichtungen unserer mitteldeutschen Gebirge, nämlich die hercynische, südost-nordwestliche, und die rheinische, nord-südliche, erkennen ließen.