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Zur Entstehung der mittelrheinischen Tiefebene.

Kessler, P.

Kurzfassung

Auf der Versammlung unserer Gesellschaft in Straßburg im August 1892 brachte gelegentlich des Ausflugs nach dem Bastberg bei Buchsweiler Herr van Werveke die ersten Mitteilungen über die Altersfolge der verschiedenen tertiären Küstenkonglomerate im Rheintal. Am Bastberg liegen auf eocänen Süßwasserkalken mächtige Konglomerate, die lediglich aus Dogger, nach neueren Untersuchungen auch ganz untergeordnet aus Malm bestehen. Ältere Gesteine sind nicht vorhanden. Im Gegensatz hierzu liegt 17 km östlich, bei Uhlweiler, ein Konglomerat, das neben Jura- auch Triasgesteine führt und auf sehr mächtigen tertiären Mergeln auflagert. Es ist die südliche Fortsetzung eines gleichgelagerten und gleichzusammengesetzten Konglomerats, das zwischen Weißenburg und Wörth am Fuße des Hochwaldes liegt. Nimmt man an, daß nach Ablagerung des oberen Jura und vor Ablagerung des Oligocäns keine bedeutenden Störungen im jetzigen Rheintale stattgefunden haben, so müssen auch, wenigstens in einem so beschränkten Bezirk, wie es die Strecke von Weißenburg bis Buchsweiler ist, im wesentlichen dieselben geologischen Schichten angestanden haben. In der Tat finden wir auch hier überall das Oligocän, wo überhaupt die Auflagerung bekannt ist, auf oberem Dogger oder eocänem Süßwasserkalk aufliegen. Eine Zerstückelung des Rheintales in einzelne Schollen, wie wir sie jetzt finden, kann also vor Ablagerung des Tertiärs noch nicht bestanden haben. Bei der sofort nach Einbruch des Rheintales oder Erhebung der Vogesen einsetzenden Erosion und Bildung der Konglomerate können also zuerst nur die jüngsten dort überhaupt anstehenden Bildungen abgetragen worden sein, Eocän und Dogger, erst nachher, nachdem diese bereits erodiert waren, oder auch bei weiterer Hebung der Küste, die Trias. Demgemäß müssen die ältesten Konglomerate lediglich aus Juragesteinen bestehen, und erst die jüngeren können triadische Gerölle führen.