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Beiträge zur Kenntnis der deutsch-ostafrikanischen Tertiärablagerungen. I.

Scholz, E.

Kurzfassung

Die Kenntnis vom Vorhandensein unzweifelhaft tertiärer Ablagerungen im deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiet verdanken wir in erster Linie W. Bornhardt, der in den Jahren 1895-97 die Kolonie bereiste und in seinem Werke: Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas, die Resultate seiner sorgfältigen Beobachtungen niederlegte. Die paläontologische Bearbeitung der von Bornhardt aufgesammelten Tertiärpetrefakten unternahm W. Wolff, der in diesen eine Reihe von Nummulitiden und anderen Fossilien wiedererkannte, welche bereits aus südeuropäischen und besonders indischen sowie analogen Tertiärablagerungen bekannt sind. Durch die Freundlichkeit des Herrn Prof. Dr. J. Böhm wurde mir eine kleine Folge von Versteinerungen aus Deutsch-Ostafrika zur Bearbeitung überlassen, welche geeignet ist, einen neuen kleinen Beitrag zu unserer Kenntnis des ostafrikanischen Tertiärs zu liefern. Herrn Prof. Böhm sowie Herrn Prof. K; Uhlig, der die Fossilien sammelte und mich mit mancherlei Angaben über die Lage der Fundstätte usw. unterstützte, sage ich auch an dieser Stelle meinen ergebensten Dank. Nicht minder bin ich Dank schuldig den Herren Bezirksgeologen Dr. Klautzsch und Dr. Koert, welche mir in liebenswürdigster Weise das Bornhardtsche Material zugänglich machten. Nach Bornhardt sind die tertiären Schichten auf einen Küstenstreifen von höchstens 25 km Breite beschränkt und reichen an einigen Stellen bis zu Seehöhen von über 200 m hinauf. Bornhakdt nimmt an, daß sie auf einer Abrasionsterrasse zur Ablagerung gekommen und nicht etwa landeinwärts gegen die älteren Gebilde durch Verwerfungen begrenzt sind. Bislang haben sich noch keine Gründe gefunden die gegen diese Auffassung sprechen könnten. Nach dem bisherigen Stande unserer Kenntnis und den mir jetzt vorliegenden Versteinerungen lassen sich bei Lindi folgende faunistisch getrennten Stufen des älteren und jüngeren Tertiärs in Deutsch-Ostafrika nachweisen: Mittel-Eocän. Mergelige Tone mit Kalkzwischenlagen.