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Neues zur Geologie Palästinas und des ägyptischen Niltals

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Schon einmal, vor 4 Jahren, hatte ich die Ehre, ein Kapitel zur Geologie Palästinas in dieser Gesellschaft zu behandeln. Damals trug ich über die Geologie der näheren Umgebung von Jerusalem unter Vorlegung einer geol. Spezialkarte vor. Es waren die letzten Ergebnisse meiner ersten geologischen Studienreise nach Palästina im Jahre 1894. Seit dieser ersten Reise bin ich noch 3mal zu geologischen Forschungen im Heiligen Lande gewesen, in den Jahren 1904, 1905/06 und 1908: das erste Mal mit Unterstützung der Zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas, das zweite Mal mit Unterstützung der Preußischen Akademie der Wissenschaften, das letzte Mal mit Unterstützung der Berliner Jagor-Stiftung und zugleich im Auftrage und auch mit Unterstützung Seiner Majestät des jetzt abgesetzten Sultans der Türkei Abdul Hamid II. Letzterer faßte nämlich gegen Ende seiner Regierung im Jahre 1907 den für türkische Verhältnisse etwas ungewohnten Entschluß, eine große wissenschaftliche Expedition zur Erforschung eines interessanten Teils seiner Länder, an dem er auch durch Privatbesitz persönlich interessiert war, nämlich des Jordantals und der Umgebung des Toten Meeres, ausführen zu lassen, zu deren Führer ich ihm vorgeschlagen und später auch durch allerhöchstes Irade ernannt wurde. Da ich sowieso für den betreffenden Winter eine nochmalige letzte Erforschung gerade des Jordantals und Toten Meergebietes vorhatte, so paßte mir natürlich dieser, einer glücklichen Laune des Beherrschers jener Länder entsprungene Plan ganz außerordentlich, obwohl damit auch eine botanische, zoologische, meteorologische und wirtschaftliche Erforschung und umfangreiche Sammeltätigkeit verbunden war, weshalb die Expedition viel größere Dimensionen annehmen mußte und die Beihilfe anderer Gelehrten und höhere Geldmittel erforderte. Über das Äußere und den Verlauf dieser ersten Ottomanisch-Deutschen Forschungsexpedition unter meiner Leitung will ich Sie indes hier nicht unterhalten, sondern nur über einige der wichtigsten Ergebnisse derselben auf geologischem Gebiete.