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Beiträge zur Frage der Ausdehnung des Magmas beim langsamen Erstarren

Fleischer, A.

Kurzfassung

Seit längerer Zeit haben verschiedene Beobachtungen hervorragender Geologen wie Naumann, Richthofen, Branca, Fraas sich zu der Annahme genötigt gesehen, daß das flüssige Erdinnere - das Magma - beim langsamen Erstarren sich ausdehnen müsse. Es haben sich Bischof, Barus, Dölter damit befaßt, diese Annahme experimentell dadurch zu prüfen, daß sie teils Basalt, teils Diabas geschmolzen haben und natürlich, als Folge der darin enthaltenen Gase, nur eine großenteils blasige und glasige Masse erzielten. Auf diesem Wege konnte natürlich nichts bewiesen werden. Es war ein solcher Beweis nur dadurch zu erzielen, daß das betreffende Gestein zunächst von den darin enthaltenden Gasen durch 5maliges wiederholtes Schmelzen vollständig befreit wurde. Es wurde zu diesem Zweck das Gestein nach jeder Schmelze in Stücke von ca. 12 ccm zerschlagen. Es konnte dann nach dem Erkalten festgestellt werden, daß ein 1/2 cm unter der Oberfläche der erstarrten Masse entnommenes Stück Basalt ein spezifisches Gewicht von 3,054 zeigte, während ein 11 cm tiefer entnommenes Sfück - also langsamer erstarrt - ein spezifisches Gewicht von 2,972 zeigte, und somit eine Differenz von rund 2,7 Proz. nachgewiesen war. Ich habe dieses Resultat in dieser Zeitschr., Bd. 59. Jahrg. 1907, Monatsber. 4. veröffentlicht und dabei ausdrücklich betont: ,daß die Ausdehnung der Schmelze beim Erstarren den ,unteren von der Schmelze bedeckten Teil des Tiegels ,vollständig zersprengt hatte, während der darüber befindliche Teil als vollständiger Ring abgesprengt war."