Original paper

Über Graphitgneise aus dem Hinterlande von Lindi in Deutsch-Ostafrika.

Stutzer, O.

Kurzfassung

Graphitgneise sind in Deutsch-Ostafrika schon seit langem an verschiedenen Stellen festgestellt. So im Ulugurugebirge, wo Graphit in einer langen, N-S streichenden Zone als Gemengteil im Gneis vorkommt, zurzeit aber nicht abbauwürdig ist; ferner am Kissitwi-Berge bei Mamboya unweit Kilossa, im Mahenge-Bezirk, in Handei (Ngambo) und seit kurzem auch im Hinterland von Lindi, ganz im Süden der Kolonie. Von allen diesen Graphitvorkommen weiß man geologisch sehr wenig. Es ist eigentlich nur bekannt, daß sie im Gneis auftreten. Sonstige Einzelheiten sind in der Literatur^ nicht angeführt. Es dürfte daher vielleicht angebracht sein, kurz den mikroskopischen Befund mitzuteilen, den eine Untersuchung derartiger Graphitgneise ergab. Die uns zu diesen Untersuchungen vorliegenden Stücke stammen aus dem zuletzt genannten Gebiete, aus dem Hinterlande von Lindi (Konzession Vohsen). Sie sind von Herrn Bergingenieur Tartakowsky während seines dortigen Aufenthaltes (bis 1909) an Ort und Stelle gesammelt. Nach seiner Rückkehr hat sie dann Herr Tartakowsky nebst vielen anderen Gesteinen dem Geologischen Institute der hiesigen Kgl. Bergakademie in dankenswerter Weise überwiesen. Die einen dieser Stücke stammen vom Flusse Mwiti. Sie charakterisieren sich durch ihr Aussehen als typische Graphitgneise. Nach Angabe des Sammlers sind sie Gneisen und Hornblendeschiefern zwischengeschaltet. Makroskopisch gleichen sie einem mittelkörnigen, typischen Normalgneise, dessen Glimmer durch Graphit ersetzt ist. Von Mineralgemengteilen sind mit bloßem Auge zu erkennen: Quarz Feldspat (meist zersetzt) und Graphit; mit der Lupe außerdem noch Epidot. - Eine kleine linsenförmige, aplitische Einlagerung in einem der Handstücke ist graphitfrei.