Original paper

Das Glazialdiluvium und die Plänerschotter des Leinetals, Eine Erwiderung an Herrn V. Koenen.

Grupe, O.

Kurzfassung

In einer Notiz ,Über die Plänerschotter und das Diluvium des Leinetals" (Diese Zeitschrift, Bd. 62, 1910, Monatsber. Nr. 2) wendet sich Herr v. Koenen gegen meine Auffassung über die zweimalige Vereisung des Leinetals in der Gegend von Elze und Alfeld, die ich in einem vor der Deutschen Geologischen Gesellschaft im Dezember vorigen Jahres gehaltenen Vortrage ,Zur Frage der Terrassenbildungen im mittleren Flußgebiete der Weser und Leine und ihrer Altersbeziehungen zu den Eiszeiten" (Monatsber. 1909, Nr. 12) näher erörtert habe. Herr V. Koenen greift zu diesem Zwecke aus meinen diesbezüglichen Ausführungen einen einzigen, dem Leser dadurch nicht verständlich erscheinenden Satz heraus, nämlich den, ,daß die die Leineterrasse bedeckende Grundmoräne (nicht die Terrasse selbst, wie Herr v. Koenen irrtümlich schreibt ihre Existenz einer zweiten, jüngeren Vereisung verdankt, ist aus den Lagerungsverhältnissen im Leinetal vielleicht nicht ohne weiteres ersichtlich", und erklärt daraufhin meine Ansicht über die zweimalige Vereisung für vorläufig unbegründet ohne auf meine weitere Beweisführung irgendwie einzugehen. Dazu gestatte ich mir nochmals folgendes zu bemerken. Nach der v. Koenenschen bzw. Müllerschen Darstellung auf Blatt Alfeld ist die neben sonstigen Leinetalgeröllen hauptsächlich Plänerschotter, zuweilen auch umgelagertes nordisches Material führende und über die Alluvionen sich ca. 15 m hoch erhebende ,jungdiluviale" Leineterrasse jünger als die an den höheren Hängen in bedeutender Mächtigkeit aufgeschütteten nordischen Sande und Kiese und wird ihrerseits wieder großenteils von einer Grundmoräne überdeckt, die zurzeit besonders schon in der Kiesgrube der Leineterrasse an der Straße westlich Alfeld aufgeschlossen ist. Die Leineterrasse steht also zeitlich zwischen den nordischen Kiesen und der Grundmoräne, ist also mindestens interstadial, während ihre interglaziale Stellung aus den Lagerungsverhältnissen des Leinetals nicht direkt hervorgeht, wenngleich es allerdings schon von vornherein nicht sehr wahrscheinlich ist, daß die Aufschüttung der Flußterrasse und die ihr vorausgehende bedeutende Erosion der älteren nordischen Kiese sich während einer Oszillation des Inlandeises vollzogen haben; und dies hat der von Herrn v. Koenen zitierte Satz mit zum Ausdruck bringen sollen.