Original paper

Carbonicola und Palaeanodonta im limnischen Jungpalaeozoicum Deutschlands, Ein Beitrag zur Revision der Genera C. und P. aus deutschen limnischen Carbon- und Dyasbildungen

Schmidt, Axel

Kurzfassung

Etwa bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts ist das Interesse, das die Paläontologie den carbonischen und permischen Süßwasser-Zweischalern entgegengebracht hat, ein außerordentlich reges gewesen. Eine selbst für den Spezialisten schier unübersehbare Menge von oft wenig verschiedenen Formen ist in den größeren paläontologischen Sammelwerken der damaligen Zeit geschaffen worden, und in der sonstigen Literatur finden sich überall, z. T. in größeren Spezialabhandlungen, z.B. denen Ludwigs, z. T. auch einzeln, Speziesbeschreibungen von Muscheln, die wir heute in den Formenkreis der Anthracosiiden stellen. In den folgenden Jahrzehnten scheint das Interesse stark abgeflaut zu sein; wenigstens sind größere Abhandlungen über diese Zweischaler in der Literatur kaum noch vertreten; man hat sich im wesentlichen darauf beschränkt, die neuen Fundorte zu zitieren, gelegentlich auch einmal eine oder wenige Formen neu aufzustellen. Nur zwei größere deutsche Abhandlungen, die sich mit diesen Zweischalern ausschließlich oder doch in größerem Umfange beschäftigen, fallen in die 2 letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts: Achepohis niederrheinisch-westfälisches Steinkohlengebirge und die Arbeit W. P. Amalitzkys über ,Die Anthracosien der Permformation Rußlands". Auf die letzte muß der Forscher noch stets zurückgreifen; ist doch in ihr erstmals versucht worden, das Chaos der Formen systematisch unter bestimmten Gesichtspunkten zu Familien zusammenzufassen. Anders das nur wenige Jahre ältere Werk von Achepohl, das zwar 37 Formen beschreibt, darunter 32 angeblich neue. Endlich haben uns die Jahre 1894 - 96 die große Monographie von W. Hind über die Genera Carbonicola, Anthracomya und Najadites gebracht.