Original paper

Reptilien- und Fischreste aus dem marinen Alttertiär von Südtogo (Westafrika).

Stromer, Ernst

Kurzfassung

Während ich in meiner Geologie der deutschen Schutzgebiete in Afrika (München 1896) wie überhaupt über die Geologie Togos so auch über die dortigen Sedimentärformationen nur ganz dürftige Literaturberichte zusammenstellen konnte, gelang es v. Ammon (1905), vor allem auf Grund der ausgezeichneten Sammlungen Freiherrn v. Seefrieds, nicht nur die Grundzüge des geologischen Baues des Landes darzustellen, sondern u.a. auch einen mit Fossilresten erfüllten Kalkstein in der Adabion-Bank des Monu-Flusses bei Tokpli nachzuweisen (a.a.O., S. 468 ff.). Er brachte das ziemlich reine, gelbe und harte Gestein mit einem etwas verschiedenen Kalkstück in Zusammenhang, das Joh. Böhm (1904) aus dem südlichen Dahomey als eocän beschrieben hatte. Hubert (1908, S. 231 ff.) hat darnach für die Richtigkeit dieser Ansicht den geologischen Wahrscheinlichkeitsbeweis erbracht, indem er den ungefähr ostwestlichen Verlauf der Kalkzone quer durch die Sumpfregion von Süddahomey bis zum Monufluß nachwies. Es gelang ihm jedoch nicht, Fossilien zu finden, und so konnten nur so dürftige Reste wie die von Dactylopora cylindracea Lamk, kalkigen Foraminiferen, Venus Hupfeldi Joh. Böhm, ?Pecten, ?Lima, ?Arca, Cytherea, Buccinum- und Turritella-artigen Schneckchen, Seeigeln und endlich von Krebsscherensteinkernen, die v. Ammon ohne Beschreibung Calianassa Seefriedi nannte, als Beweis für das Vorkommen marinen Eocäns angeführt werden. Im Jahre 1905 untersuchte Bezirksgeologe Dr. Koert im Auftrage des Gouvernements von Togo das Kalklager von Adabion besonders hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Ein von ihm verfaßter Bericht, dem eine Kartenskizze beigefügt ist, entwickelt Vorschläge zur Nutzbarmachung dieses für die kalkarme westafrikanische Küste sehr wertvollen Kalkvorkommens und ist im Amtsblatt für das Schutzgebiet Togo 1908, S. 19 u. ff. abgedruckt.