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Beiträge zur Kenntnis der Tektonik des Ostendes der Weißensteinkette im Schweizer Jura-Gebirge.

Gerth, H.

Kurzfassung

Die Weißensteinkette, die südlichste Kette des Solothurner-Jura, wird nahe ihrem Ostende zwischen Solothurn und Olten von einem Quertal, der Klus von Önsingen durchbrochen. Nur wenig weiter östlich wird auch die nächstfolgende Jurakette von einer solchen Klus, der Mümliswiler Klus, durchschnitten. Diese beiden Klusen haben schon oft das Augenmerk der Geologen auf sich gelenkt, besonders nachdem man erkannt hatte, daß es sich nicht um die einfache Durchsägung regelmäßiger Juragewölbe handelt, sondern daß die Ketten an den Stellen, an denen sie von den Quertälern durchbrochen werden, auch ganz anormal gebaut sind. Durchquert man eine der beiden Klusen von Süden nach Norden, so trifft man zunächst auf den bei oberflächlicher Betrachtung vollkommen normal entwickelten Südschenkel des Gewölbes (man vgl. die Kartenskizze Fig. 1 der Önsinger Klus S. 522.) Auf die Kalkmassen des oberen und mittleren Malms folgt die Kombe des Argovien und hierauf der Dogger mit den Kalken des Rogensteins. Letztere ziehen, als Terrainkante stark herausragend, am Gehänge hinauf und bilden die hoch oben weit zurückliegende Wand der zirkusartig erweiterten Klus. Tief unten am Boden der Klus treffen wir im Scheitel der Antiklinale an einer Stelle, an der man Lias und Keuper erwarten sollte, ein Gewölbe aus oolithischen Kalkbänken, das sich bei genauer Prüfung ebenfalls als Rogenstein erweist. Auf dieses tiefliegende Doggergewölbe folgt nach Norden hin die Argovienkombe und schließlich die Malmkalke des Nordschenkels in offenbar normaler Lagerung. Auf der Nordseite zieht das Band der Malmkalke am Gehänge hinauf und bildet die oben zurücktretende Wand des Klusenzirkus, deren südlicher Teil, vom Malm nur durch eine schmale Scharte getrennt, aus Rogenstein besteht. Um diese anormalen Lagerungsverhältnisse zu erklären, nahm Mühlberg an, daß, nachdem im Scheitel der Antiklinale ein Längstal bis auf den D'ogger erodiert war, der Südschenkel über den Nordschenkel heraufgeschoben worden sei.