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Naosaurus Credneri im Rotliegenden von Sachsen.

Jaekel, O.

Kurzfassung

Die berühmte Fundstelle von Nieder-Häßlich im Plauenschen Grunde bei Dresden, die von Hermann Credner so gründlich ausgebeutet wurde und das Material zu dessen zahlreichen Publikationen in den Jahrgängen 1881 bis 1893 in dieser Zeitschrift lieferte, ist zwar seit Jahren geschlossen und nahezu ganz verbaut, hat aber doch vor ihrem Schluß noch eine Anzahl Reste geliefert, die noch der Bearbeitung harren. - Sie befinden sich wie der größte Teil der früher dort gefundenen in der Sammlung der Königl. Sächsischen Geologischen Landesanstalt in Leipzig. Die Durchsicht und Untersuchung dieses Materiales, die, mir Herr Geheimrat Credner gütigst gestattete, hat unter anderen einen Fund zutage gefördert, der die unterpermische Fauna von Nieder-Häßlich um einen sehr bemerkenswerten Reptiltypus bereichert. Es ist dies der Rumpf eines Naosaurus, der einer ganz besonders kleinen, offenbar neuen Art angehört, die ich zu Ehren des ausgezeichneten Monographen der Nieder-Häßlicher Tetrapodenfauna als Naosaurus Credneri benenne. Naosaurus ist bekanntlich mit Dimetrodon und Clepsydrops der Repräsentant eines sehr merkwürdigen Reptiltypus, der durch die riesige Verlängerung seiner Dornfortsätze auf den Rückenwirbeln ausgezeichnet ist. Cope hat für diesen Formenkreis, der zum Range einer Unterordnung oder Ordnung innerhalb der ältesten und primitivsten Reptiltypen (Diaptosauria Osborn, Protorosauria (Seeley) Jaekel, erhoben wurde, den Namen Pelycosauria vorgeschlagen. Ich glaubte aber a.a.O. an dem Namen Naosauri auch für die Ordnung festhalten zu sollen, da durch solche besonderen, übrigens in diesem Falle keineswegs typischen Benennungen die Übersicht über den großen Reichtum fossiler Reptilien ganz unnötig erschwert wird. Ein zusammenfassendes Werk über die Ordnung hat E. C. Case im Jahre 1907 geliefert unter dem Titel Revision of the Pelycosauria of North Amerika.