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Cruzianen aus dem Untersilur des Leipziger Kreises.

Pietzsch, K.

Kurzfassung

Etwa 20 km südöstlich von Leipzig erhebt sich zwischen den Orten Otterwisch und Hainichen aus den dort weit verbreiteten tertiären und diluvialen Bildungen das altpaläozoische Grundgebirge in einem schmalen, WSW-ONO verlaufenden Klippenzuge untersilurischer Gesteine fast bis an die Erdoberfläche. Der anstehende Fels wird in dem flachen Rücken, der sich vom Südende von Otterwisch aus nach Hainichen zu erstreckt, sowie bei letzterem Orte selbst nur durch das Diluvium dem Auge verborgen, und zwar namentlich durch die als Kroßsteinsgrus bezeichnete Lokalfacies des Geschiebelehms. Das Anstehende selbst ist in Otterwisch und in Hainichen durch mehrere Steinbrüche aufgeschlossen, die jetzt allerdings gänzlich auflässig und z. T. auch schon wieder zugeschüttet sind, in denen aber früher die ,Grauwacke" sowohl als Baustein wie auch zum Beschottern der Wege gebrochen wurde. In einem solchen alten Steinbruche am Südende von Hainichen, rechts des Weges nach Stockheim, wurden in den letzten Jahren vom Verf. eine Anzahl Fossilien aufgefunden, die zu der vielumstrittenen Gattung Cruziana D'orb. gehören, und die schon deshalb einiges Interesse beanspruchen, weil sie die ersten im Untersilur Deutschlands aufgefundenen echten Cruzianen sind. Die ersten dieser Funde wurden zwar bereits im Frühjahr 1906 gemacht; da aber schon damals der Steinbruch zum größten Teil ausgefüllt war, und die Abböschung der letzten noch stehenden Wand, aus der die Cruzianen stammten, bald ausgeführt werden sollte, so wurden Mitteilungen über die Funde zunächst verschoben, um vor der endgültigen Zerstörung der Fundstelle erst noch eine größere Anzahl von Cruzianen zu sammeln. Jedoch konnte trotz häufigeren und längeren Suchens nur eine sehr beschränkte Anzahl besserer Stücke zusammengebracht werden, die aber in ihrer Gesamtheit ein anschauliches Bild der Gattung Cruziana D'orb. zu geben vermögen.