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Beiträge zur Geologie der Niederrheinischen Bucht.

Quaas, A.

Kurzfassung

I. Das geologische Alter der Braunkohlenablagerungen von Ompert und Helenabrunn, des Lied- und des Hülser-Berges, Eine Berichtigung. Ad. Gurlt erwähnt in seiner 1872 erschienenen ,Übersicht über das Tertiärbecken des Niederrbeines" das Vorkommen von Braunkohle im Tertiär südlich von Viersen [Meßtischblatt 1 : 25000 Viersen], bei oder in den Orten Ompert und Helenabrunn. Er sagt dort wörtlich über den Fundort und dessen geologischen Aufbau: ,Eine ausgedehntere Ablagerung des Braunkohlengebirges tritt südwestlich von hier (gemeint Hülser-Berg, nördlich von Krefeld), zwischen Gladbach und Viersen, nahe dem südwestlichen Abhänge des Nierstales zutage und wird auf beiden Seiten der Straße durch Gruben bei Ompert und Helenabrunn [Lenebour der (alten) Generalstabskarte] aufgeschlossen. Es liegt hier unter dem Gerölle ein 12-16 Fuß mächtiges Flöz von schwarzer, erdiger und toniger Braunkohle, welche unter dem Namen ,Klei" gewonnen und zur Mengung mit Steinkohlenklein verwendet wird. In der untersten Lage desselben findet sich eine 6 Zoll starke Schicht von Spärosiderit mit Abdrücken von dikotyledonen Blättern, darunter 4 Fuß weißer Sand und über 12 Fuß grober, schwarzer Sand." Da Gurlt keine Literaturquelle für seine Angaben anführt, solche vom Verf. in der vorhandenen älteren Literatur auch nicht nachzuweisen war, so muß angenommen werden, daß Gurlt nach eigenen Beobachtungen oder doch nach persönlich erhaltenen Mitteilungen berichtet. Seine Angaben wurden durch H. v. Dechen fast wörtlich - nur ohne Quellennachweis - in seine 1884 erschienene: ,Geologische und paläontologische Übersicht der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen" übernommen: mit der Abweichung, daß die Fundpunkte als ,an dem SW-Abhänge des Nierstales gelegen" bezeichnet werden, und mit dem Zusätze, daß die ,in der untersten Schicht derselben (= Braunkohle), d.h. in der 16 cm starken Lage von hellgrauem Sphärosiderit, auftretenden Abdrücke von dikotyledonen Blättern ihm denen von Rott am Siebengebirge ähnlich erscheinen".