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Schlußwort zur Lepsiusschen Kellerwald-Kritik.

Denckmann, A.

Kurzfassung

Im Heft 3 dieser Monatsberichte habe ich nachgewiesen, daß R. Lepsius hinsichtlich meiner Arbeiten über das Silur des Kellerwaldes usw. die Berechtigung zu einer Kritik zu haben geglaubt hat, 1. ohne sich der Mühe unterzogen zu haben, die einschlägige Literatur, namentlich meine speziellen Arbeiten über das Silur, kennen zu lernen; 2. ohne den Kellerwald, der im wesentlichen in Frage kommt, auch nur oberflächlich zu kennen; 3. ja, ohne darüber orientiert gewesen zu sein, welche Tiergattungen in silurischen Sedimenten vorkommen dürfen, und welche nicht! - Wenn jemand, der den stolzen Titel des Vaters einer ,Geologie von Deutschland" für sich in Anspruch nimmt, sich bei seinen Ausfällen gegen Fachgenossen derartige Blößen gibt so sollte man meinen, er hätte hinreichende Veranlassung, sich über die goldenen Brücken zurückzuziehen, die ihm durch die rein sachliche Behandlung der Angelegenheit von seiten des Gegners gebaut worden sind. R. Lepsius denkt anders hierüber. Er schüttelt die erhaltenen Schlappen von sich ab und dreht den Spieß einfach um, indem er den ihm von mir gemachten Vorwurf zurückschleudert, daß mit allgemeinen Redewendungen nicht die Lebensarbeit eines ernsthaften Geologen aus der Welt geschafft werden kann. Derselbe R. Lepsius beschränkt im übrigen seine Replik im wesentlichen darauf daß er das früher Behauptete erneut behauptet oder, unter vorsichtiger Verwertung einiger der ihm erteilten Zurechtweisungen, paraphrasiert. Meinem persönlichen Geschmacke widerstrebt es, auf diese Kampfesweise einzugehen. Ich beschränke mich darauf, einige sachlich wesentliche Punkte aus der Lepsiusschen Replik herauszugreifen, zu denen mir der Vorstand der Deutschen Geologischen Gesellschaft freundlichst ein Schlußwort gestattet. Im übrigen werden mir einige neue Aufschlüsse im Kellerwald-Silur demnächst Gelegenheit geben, auf die Sache erneut einzugehen.