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Bericht über die Exkursion nach Rüdersdorf

Wahnschaffe, F.; Zimmermann, E.

Kurzfassung

Am 23. März besuchten 25 Teilnehmer das altberühmte Rüdersdorf. Die Führung im dortigen Diluvium hatte Herr Wahnschaffe, in der Trias Herr Zimmermann übernommen. Die Teilnehmer fuhren mit der Bahn bis Erkner, dann mit dem Dampfer bis Kalkberge-Rüdersdorf, wobei im Vorbeifahren die weiten Talsandebenen des Berliner Haupttales, die Dünenzüge der Eichberge bei Woltersdorf und der einer Endmoräne angehörende Kranichsberg gezeigt wurden, ebenso das den östlichen Uferrand des Kalksees begleitende Ausstreichen des Unteren Geschiebemergels, der sich hier zuerst nur wenig über die Talsohle erhebt und von Unterem Sand überlagert wird. Am Ende des Kalksees konnte der Torell-Gedenkstein, weil er inzwischen einen anderen Platz, auf dem Weinberge, erhalten hat, nicht mehr besichtigt werden, und so begab man sich sogleich in die südlichste der dortigen Tongruben (von G. Durin), in der der graue Untere Rot trefflich aufgeschlossen ist; an Versteinerungen zwar nicht arm, lud er doch diesmal (bei dem regnerischen Wetter) nur wenig zum Sammeln ein. Herr Wahnschaffe wies in diesen Aufschlüssen darauf hin, daß hier die Grundmoräne der vorletzten Vereisung, die am Ostrande des Kalksees als schmales Band überall hervortritt, die nach Norden einfallenden Rötschichten unmittelbar überlagert und sie in einer fast horizontalen, glazialen Abrasionsfläche abschneidet. Diese Grundmoräne, die als Geschiebemergel entwickelt ist, hat sehr wenig Rötmaterial in sich aufgenommen und wird überlagert von geschichteten Sanden und Kiesen, die in der am nördlichsten gelegenen W. Durinschen Tongrube sehr gut aufgeschlossen sind und früher in den östlich davon gelegenen alten Kiesgruben abgebaut wurden. Sie entsprechen den Rixdorfer Kiesen, da sich Reste von Mammut darin gefunden haben. Sie werden weiter östlich nach dem Dorfe Rüdersdorf zu von der Grundmoräne der letzten Vereisung überdeckt, derselben, die der ebenen glazialen Abrasionsfläche des Schaumkalkes im Alvenslebenbruch unmittelbar auflagert.