Original paper

Bericht über die Exkursion nach Stafsfurt zur Befahrung des Kgl. Berlepschschachtes

Schünemann, F.

Kurzfassung

Die Teilnehmer wurden auf dem Kgl. Berlepschschacht von dem Direktor der Kgl. Berginspektion Herrn Ziervogel, sowie dem Berginspektor des Berlepschschachtes, Herrn Poth in liebenswürdigster Weise empfangen. Die Herren hatten zuvorkommenst alle Vorbereitungen zur schnellen, bequemen und gründlichen Erledigung des Grubenfahrtprogramms treffen lassen. Vor der Einfahrt hielt Herr Beyschlag, der auch während der Grubenfahrt die nötigen Erklärungen gab, einen einleitenden Vortrag über den stratigraphischen und tektonischen Aufbau der Zechsteinformation im Gebiet des Staßfurter Sattels und speziell im Felde des Kgl. Berlepschschachtes. Wie in dem Vortrage in allgemeinen Zügen ausgeführt wurde, liegt hier nach den Feststellungen Everdings unter dem Horizont des Grauen Salztons im allgemeinen regelmäßig das aus Carnallit, Kieserit und Steinsalz aufgebaute Kalimutterlager ausgebreitet, von der mächtigen Unterlage des Älteren Steinsalzes getrennt durch die charakteristischen Übergangsschichtengruppen der Kieserit- und Polyhalitregion. In das Hauptsalzmutterlager senkt sich im Berlepschschachtfelde beckenförmig ein deszendentes Hartsalz-Steinsalzvorkommen mehr oder weniger tief - stellenweise bis fast auf die Kieseritregion reichend - ein. Das durch seinen hohen Chlorkaliumgehalt - 25-30 % KCl - ausgezeichnete Hartsalzlager mit seinem Steinsalzfundament ist unterhalb des Ausgehenden in mehreren Sohlen auf etwa 1200 m Länge im Streichen erschlossen. Dieses Hauptbecken teilt sich oberhalb der IV. Hauptsohle in zwei durch einen erhalten gebliebenen Rest des Hauptsalzmutterlagers getrennte Becken, deren weitere Ausdehnung und Begrenzung nach unten hin noch nicht festgestellt ist. An den Rändern sowie an der Basis des Hartsalz-Steinsalzlagers ist das Kalimutterlager mehr oder weniger eigenartig metamorph umgewandelt.