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Bericht über die Exkursion nach Phoeben (Exkursionsbericht)

Soenderop, F.

Kurzfassung

In der Februar-Sitzung vorigen Jahres hatten wir der Gesellschaft Mitteilung gemacht von der Auffindung eines jüngeren fossilreichen Interglazials in der Gegend von Phoeben bei Werder, in dem unter anderem zahlreiche Reste vom Riesenhirsch sowie eine bisher in Deutschland unbekannte Paludina, die Pal. duboisiana Mss. aus dem Djeper gefunden worden waren. Mit gütiger Genehmigung des Direktors der Kgl. Preuß. Landesanstalt, Herrn Beyschlags, dem wir dafür auch hier verbindlichst danken, haben wir zu einem Besuch dieses ebenso schonen wie wichtigen Aufschlusses bei Phoeben eingeladen. Der Ausflug führte uns von Werder nach dem Dorfe Phoeben. An der Südseite desselben liegt die Grube der alten Phoebener Ziegelei, in der ganz am Grunde die Glindower Tone anstehen, die von mächtigen, diskordant geschichteten Sanden mit Kies- und Mergelsandeinlagerungen überlagert werden. In diesen diskordanten Sanden finden sich die Fossilien und auch Geröllstücke des Phoebener echten Interglazials, ein Beweis, daß die Sandablagerungen jünger sind als dieses. Aus dieser Grube werden von Laufer und Wahnschaffe Säugetierreste der Rixdorfer Stufe erwähnt. Die unterlagernden Glindower Tone und die darüberliegenden Sande sind stark aufgepreßt und gefaltet und werden diskordant von Geschiebesanden und stellenweise auch von Geschiebelehm und Geschiebemergel der letzten Vereisung überlagert. Dieser Geschiebemergel zieht sich nach Norden zu am Berghange hinab und taucht an der Straße dicht westlich von Phoeben unter die Talsanddecke unter. Von dieser Grube, die kurz besichtigt wurde, ging es weiter zu der im Phoebener Bruch neu angelegten Ziegelei des Herrn E. Dietrich aus Ketzin.