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Beitrag zur Tektonik des nördlichen Schwarzwaldes zwischen Baden-Baden und Herrnalb.

Becker, Ernst

Kurzfassung

Einleitung: Seit Erscheinen H. V. Ecks Karte in 1 : 50000 und seiner ,Geognostischen Beschreibung" des in Rede stehenden Abschnittes des nördlichen Schwarzwaldes liegen nur Arbeiten vor, die sich nicht mit der dortigen allgemeinen Geologie beschäftigen, sondern mit speziellen Fragen, Außer den in der Großh. Bad. Geolog. Landesanstalt (Bd. V, 1907, S. 347 ff.) veröffentlichten paläontologischen Studien von J. T. Sterzel sei nur noch diejenige von H. Eisele hervorgehoben, die sich die Untersuchung der genetischen Beziehungen der älteren, krystallinen Vorkommen (= Übergangsgebirge) zu den jüngeren Graniten der Gegend zur Aufgabe stellte. H. V. Ecks hervorragende Veröffentlichungen bilden somit die jüngsten Mitteilungen bezüglich des allgemein - geologischen Charakters jenes Gebietes. Letztgenannter Forscher hat in seinem bereits zitierten Werk eine Übersicht über die vor ihm stattgefundenen, einschlägigen Veröffentlichungen gegeben, so daß Verf. sich begnügen kann, hierauf zu verweisen. Die seit Erscheinen des Eckschen Werkes geschehenen Einzelforschungen in unserem südwestdeutschen Gebirgskomplex haben ergeben, daß die Absenkung der Rheintalscholle in ihren heute erkennbaren Folgen sich nicht nur in Abbruchslinien am Rande gegen die stehengebliebenen Horste zu erkennen gibt. Dieses gewaltige, erdgeschichtliche Phänomen der Rheintalsenkung hat vielmehr seine Spuren hinterlassen bis weit in jene Horstgebirge hinein. Man wird dem Verf. zugeben können, daß seit Ecks Veröffentlichung das Kapitel der ,Tektonik" in der ,Allgemeinen Geologie" eine beachtenswerte Erweiterung erfahren hat auf Grund der kartographischen Aufnahme, innerhalb jenes Kapitels im besonderen die Frage der ,Bruch"-Vorgänge gegenüber dem ,Faltungs"-Phänomen. Obwohl die Ecksche Karte einige ,Verwerfungs" linien aufweist, wurden dennoch damals Lagerungsverhältnisse auf die paläozoische Gebirgsfaltung allein zurückgeführt, welche wir heute notwendig als Ergebnis von Verwerfungserscheinungen jüngeren Datums auffassen müssen.