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Beiträge zur Geologie der Niederrheinischen Bucht.

Quaas, A.

Kurzfassung

II: Ein neuer oberoligocäner Fossilfundpunkt bei Süchteln: H. V. Decken teilt in seiner 1884 erschienenen ,Geologischen und paläontologischen Übersicht der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen" bereits eine Anzahl von Fossilfundpunkten aus den oberoligocänen Meeressanden des nördlichen Teiles der Niederrheinischen Bucht mit. So aus der Gegend von Düsseldorf, bei Grafenberg und Erkrath; ferner aus dem Untergrunde der nächsten Umgebung von Krefeld, sowie aus der Nachbarschaft und aus dem Untergrunde von Süchteln [Blatt Viersen (52.43)], einer kleinen, dicht nördlich von Viersen gelegenen Provinzialstadt des Kreises Kempen (Reg.-Bez. Düsseldorf). Die Fundpunkte im Untergrunde von Krefeld und Süchteln liegen innerhalb des breiten, jungdiluvialen Rheintalgrabens, diejenigen bei Düsseldorf und bei Süchteln in den jenen Graben begrenzenden Gebirgsrändern, in deren Steilabbrüchen die Meeressande des Niederrheinischen Oberoligocäns in schmalen, langgestreckten Flächen streifen zutage treten. Im Osten, bei Düsseldorf, bildet das Bergische Land, die nördliche Abdachung des Ostrheinischen Schiefergebirges, den Gebirgswall, an dem die Rheintalscholle absank. Im Westen begrenzt diese der heute horstartig aufragende Höhenzug, der von München-Gladbach in SO-NW-Richtung, über Viersen-Süchteln verlaufend, bis nach Hinsbeck [Blatt Kaldenkirchen (51.42)] deutlich zu verfolgen ist. Im Ostabbruche dieses alten Oligocänhorstes - ,Viersener Horst" -, nahe der Grenze gegen die diluviale Mittelterrasse des Rheines, wurde im Herbste 1909 durch den Sandgrubenbesitzer Peter Besau aus Süchteln die nachfolgend beschriebene Fauna gefunden und gesammelt. Sie bildet nur einen Teil der Aufsammlungen, die zum anderen Teile für die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Städte Krefeld, München-Gladbach und Viersen erworben worden sind.