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Der Hochfelln.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Da die geologische Neuaufnahme des Hochfelln, welche etwas über die Hälfte der Blätter Bergen und Dürrnbachhorn der Bayrischen Generalstabskarte i. M. 1 : 25000 umfaßt, mit ihrer Erläuterung gesondert erscheinen soll, so werden die aus diesem Rahmen fallenden Ergebnisse in mehreren besonderen Aufsätzen niedergelegt werden. I. Worthenia sp. im Plattenkalk des Hochfellngipfels: An dem Wege, der von dem Unterkunftshause nach der Felln-Alp führt, fand ich, kurz bevor er nach Osten umbiegt, in rötlich und gelb gefleckten Lagen des Plattenkalkes eine Schnecke, welche sich durch ihre Gestalt, Form der Umgänge und Zuwachsstreifung als zur Gattung Worthenia und insbesondere zur Gruppe der W. coronata Münst. sp. gehörig erweist, Kalke, wie ihre Bedeckung desselben an der Nordwand des Unterkunftshauses und ihre Einmuldung in ihn am Kreuz bezeugen (4 und 3 in Fig. 2). Den Beschluß macht eine kleine Partie roten Liaskalkes mit Crinoiden und Brachiopoden. Die rätischen Schichten, welche Gümbel als Antiklinale zwischen den beiden Mulden am Gipfel zeichnet, sind Spongitenschichten; die rätischen Schichten an der Basis dieser Mulden sind nicht vorhanden, was mit vielfachen Angaben im Einklang steht, daß dort, wo das Rät als Plattenkalk entwickelt ist, die kalkige Ausbildung in jüngere Horizonte hinauf fortsetzt. Auch den Fund rätischer Versteinerungen, welchen Emmrich am Wege von der Bründling-Alp zur Hochfellnspitze angibt, habe ich nicht wiederholen können. Diese Schichtenserie (Fig. 2) bildet eine nach Norden leicht übergeneigte, O-W streichende Doppelmulde.