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Über die Tessiner ,Gneise".

Klemm, G.

Kurzfassung

Durch die Freundlichkeit des Herrn R. Lepsius lernte ich den Abdruck Deiner Mitteilung U. Grubenmanns ,über einige tiefe Gneise aus den Schweizer Alpen" kennen, die in einer der Sitzungen des internationalen Geologenkongresses zu Stockholm vorgetragen worden ist. In dieser Mitteilung bespricht Grubenmann besonders die ,Tessiner Gneise", und zwar hauptsächlich die aus der Umgegend von Bellinzona und Locarno. Er schildert, wie diese Gesteine ausgezeichnete ,Mischgneise" darstellen, entstanden durch Injektion granitischen Magmas in Sedimente, an denen sich z. T. Resorptionen vollzogen haben unter Aufweichung der Sedimente usw. Aber mit keinem Worte erwähnt Grubenmann, daß auf alle diese Erscheinungen überhaupt zum ersten Male von mir aufmerksam gemacht worden ist in meinen ,Berichten über Untersuchungen an den sog. Gneisen und den metamorphen Schiefern der Tessiner Alpen". Nur in den Eingangsworten seiner Mitteilung sagt er, daß ich im Gegensatz zu den Schweizer Geologen den ,Tessiner Gneis" als einen fluidalen, tertiären Granit ansehe. Schon in einer früheren Arbeit: Der Granatolivinfels des Gordunotales und seine Begleitgesteine" (Vierteljahresschrift der naturforschenden Gesellschaft in Zürich 1908, S. 129-156) hat Grubenmann einen ,aplitisch stark injizierten Biotitgneis" von Gorduno bei Bellinzona erwähnt, aber auch da mit keinem Worte auf meine Beschreibung und die von mir gegebenen Abbildungen jener injizierten Amphibolite und Hornfelse hingewiesen. Unter diesen Umständen muß ich mich ganz entschieden dagegen verwahren, daß meine Beobachtungen so ganz mit Stillschweigen übergangen werden, und ich nehme die Priorität der Entdeckung der schonen Mischgesteinszone von Bellinzona-Locarno für mich in Anspruch.